12. September 1847

 Quelle:  Stadt Offenburg

Der Salmen stellt in seiner Gesamtheit ein lebendiges Stück Erinnerungskultur dar.

 

Die Empore bietet sich als ein geeigneter Ort an, um das Erinnern sinnlich zu erfahren. Der Besucher gelangt über eine Treppe vom Salmensaal zur Empore. Er läuft dabei auf ein Wandbild zu. Dieses besitzt die Form einer vertikal aufgehängten Tischplatte.

 

Die "Draufsicht" ist einer zeitgenössischen Tafel im Salmensaal nachempfunden, an der die Teilnehmer der Versammlung vom 12. September 1847 saßen. Sie lädt den Besucher ein, die darauf angebrachten Requisiten zu berühren. Damit löst er einen akustischen Impuls mit unterschiedlichen zeitgenössischen Redebeiträgen aus.

 

In den Fensteröffnungen der Empore zum Saal sind Portraits prominenter Versammlungsteilnehmer eingesetzt. Die beidseitige Darstellung erlaubt es, die Personen auch vom Saal aus wahrzunehmen. Sie scheinen von der Empore auf den Saal hinunterzuschauen.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Podest mit 13 Stelen. Sie versinnbildlichen jeweils eine der "Forderungen des Volkes" in Form plastischer Objekte. Im Kontrast zu dieser scheinbar musealen Präsentation steht die inhaltliche, teilweise humoristische Aussage. Jede Stele enthält eine Forderung des Volkes in Textform. Die Texte leuchten abwechselnd auf. Die Installation unterstreicht die semantische Wirkung der Plastiken, und vermittelt dem Betrachter Inhalt, Bedeutung und Aussagekraft des Offenburger Programms von 1847.

 

Eine Hörstation im zum Salmensaal hin geöffneten Mittelteil ergänzt die dreiteilige Inszenierung der Versammlung von 1847. Dort erhält der Besucher die Möglichkeit, die Rede anzuhören, die die damalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes Jutta Limbach, 1999 im Salmen gehalten hat. Darin verdeutlicht sie den direkten Niederschlag der Offenburger Forderungen im heutigen Grundgesetz.