9. November | 2015

GÖTZ ALY:

Für das Erinnern und gegen das Vergessen

 

Der Fachbereich Kultur, unterstützt vom Arbeitskreis 9. November, konnte in diesem Jahr den bekannten Autor, Historiker und Journalisten Götz Aly gewinnen.

 
Viele Menschen hatten mit den Verbrechen das Nationalsozialismus nichts zu tun - und profitierten doch davon oder waren darin darin verstrickt - auc in Offenburg.
Es gehört zu den Methoden der Herrschaftsausübung totalitärer Tegime, möglichst viele Menschen zu "Komplizen" zu machen.
 
Ohne die Pogromnacht und die folgenden "Strafzahlungen" der Juden wäre das Dritte Reich bereits 1939 pleite gewesen, so der Historiker.
Die folgenden Jahre waren ein einziger Raubzug durch Europa. Mit den erbeuteten Werten seien u.a. soziale Wohltaten im Reich finanziert worden, um die Bevölkerung bei der Stange zu halten.
 
 
 

 

 
 
Götz Aly, 1947 in Heidelberg geboren, studierte Politische Wissenschaft und Geschichte. Er arbeitete unter anderem für die taz und die Berliner Zeitung.
 
Seine Themenschwerpunkte sind Euthanasie, Holocaust und Wirtschaftspolitik in der nationalsozialistischen Diktatur sowie Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts.
 
Unter anderem befasste er eich auch mit der Verstrickung der einfachen Bevölkerung in die Verbrechen des NS-Regimes. Seine Thesen sind teilweise hoch umstritten.
 
 
 
Oberbürgermeistering Edith Schreiner sagte in ihrer Neujahrs-Rede 2016 rückblickend:
 

"Wir hatten am 9. November Götz Aly zu einer beeindruckenden Veranstaltung im Salmen zu Gast. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wissen wir sehr wohl um die bodenlosen Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands und wir wissen nun auch darum, wie ganz Europa systematisch unter Führung der Reichsbank ausgeplündert worden ist. Götz Aly verlas aber auch Namen von Personen, die dieses NS-Regime unterstützt und von ihm profitiert haben. Auch Offenburger Namen.

Es sind die Menschen eines Landes, einer Stadt, die die Geschichte bestimmen. Das, was uns ausmacht, kam nie und kommt auch heute nicht von außen. Deshalb ist es jetzt auch an uns, uns so zu verhalten, wie wir im Rückblick gesehen werden wollen. Als Deutsche, die ohne Wenn und Aber Flüchtlinge aufnehmen, ihnen Zuflucht und eine neue Heimat bieten – oder als Deutsche, die angesichts einer gefühlten Bedrohung, aus Angst vor Überfremdung ihre moralischen Pflichten vergessen.

Ich sage: Rechtsextremes, ja rassistisches Denken wie etwa bei den Montags-Demonstrationen der Pegida in Dresden, hat hier bei uns keinen Platz!"