Vier neue stationäre Blitzer

- 24.01.2020 - 

Vier neue stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen sollen künftig für mehr Verkehrssicherheit sorgen: Zwei Blitzersäulen sind bereits an der Durbacher Straße und der Rammersweierstraße aufgestellt. Die Gesamtkosten für das Quartett belaufen sich auf 440 000 Euro.

Beim Vor-Ort-Termin für die Presse am Mittwoch unterstreicht der städtische Tiefbau- und Verkehrschef,Thilo Becker: „Es handelt sich um ein klassisches Projekt, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.“ Wegen des Geldes werde dieser Aufwand nicht betrieben. Überhöhe Geschwindigkeit sei eine der Hauptunfallursachen in Deutschland, jeder dritte Verkehrstote sei darauf zurückzuführen. Neben baulichen, verkehrsplanerischen und -rechtlichen Maßnahmen sei daher die Tempoüberwachung mit der Ahndung von Überschreitungen ein wichtiges Mittel, die Verkehrsteilnehmer zu einem regelkonformen Verhalten zu bewegen.

Die Stadt Offenburg gehe dabei zwei Wege, so Becker: Zum einen werden mobile Geschwindigkeitskontrollen veranlasst, um die Einhaltung des Tempos in der Fläche zu fördern; zum anderen werde durch das Aufstellen stationärer Messanlagen punktuell Einfluss genommen.

Die Entscheidung für die vier neuen Standorte ist Ergebnis eines Prozesses, bei dem fachliche Kriterien ausschlaggebend waren, führte Becker aus. Auf der Basis von Hinweisen aus der Bürgerschaft und der Erfahrung aus der mobilen Überwachung wurden an zwölf Stellen sogenannte „stumme“ Messungen der Geschwindigkeit vorgenommen. Anhand der Verstöße und eines vorher vom Gemeinderat beschlossenen Kriterienkatalogs wurde die Gesamtsituation bewertet. Berücksichtigt wurden etwa Unfallschwerpunkte sowie der Fußgänger- und Radverkehr. Der Gemeinderat stimmte der Empfehlung der vier neuen Standorte zu.

Wie Anwohner berichteten, zeigt die Säule am Ortsausgang von Rammersweier bereits Wirkung, obwohl sie noch gar nicht in Betrieb genommen wurde: Die Autofahrer halten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern und drücken nicht, wie zuvor oft registriert, innerorts bereits aufs Gaspedal. Eine Überschreitungsquote von 15 Prozent wurde im Vorfeld gemessen. Das sei eindeutig zu hoch, zumal noch eine Querung für Fußgänger und Radfahrer folge, ehe Tempo 70 erlaubt sei. Mit Lasertechnik wird die Geschwindigkeit in beide Richtungen erfasst, Digitaltechnik sorgt für gute Bildqualität und schnelle Bearbeitungszeit.

Die weiteren Standorte sind in der Rammersweierstraße, da dort in der Tempo-30-Zone drei Fußgängerquerungen liegen; in der Freiburger Straße in Höhe der Einmündung Wasserstraße sowie an der B 33a vor der Auffahrt auf die B 3/B 33 am Messekreisel.

16 000 Geschwindigkeitsverstöße wurden im vergangenen Jahr in Offenburg geahndet. „Wir sind dankbar für jedes Auto, das an der Anlage vorbeifährt, ohne dass der Blitz angeht“, versichert Becker. Voraussichtlich ab Mitte April werden insgesamt zehn stationäre Messanlagen im Stadtgebiet installiert sein, davon zwei in Kombination mit einem Lkw-Durchfahrtsverbot.