lg, og #5: Hochschule und Landesgartenschau

- 04.03.2020 - 

Offenburg bewirbt sich um die Landesgartenschau. Die Bewerbungsunterlagen sind eingereicht, die Vorbereitungen für den Besuch der Jury im Frühjahr sind in vollem Gang. Zeit also, noch einmal genauer hinzusehen, welche Chancen eine Landesgartenschau in Offenburg für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger bietet.

 

Das geplante Landesgartenschaugelände erstreckt sich entlang der Kinzig von den Ortschaften im Norden Offenburgs bis zum Großen Deich und den südlichen Ortschaften. Der Mittelpunkt des Geländes liegt dabei in direkter Nachbarschaft zu Messe, Burda, dem SFZ Stegermatt – und der Hochschule. Der durch die Landesgartenschau neu entstehende Kinzigpark würde unmittelbar an die nördliche Erweiterung der Hochschule anschließen und bietet für Studierende und Mitarbeitende der Hochschule neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung im Grünen und am Wasser. Aus diesem Grund ist die Hochschule eng in die Bewerbung der Stadt Offenburg eingebunden. Die heutige Folge zeigt, mit welchen Projekten sich die Hochschule in die Bewerbung einbringt und welche Chancen sich aus einer Landesgartenschau für den Hochschulstandort Offenburg entwickeln.

 

Im Beteiligungsprozess haben Studierende und Mitarbeitende der Hochschule mittels Postkarten engagiert ihre Ideen und Anregungen zur Bewerbung eingebracht. Dazu gehören beispielsweise eine verbesserte Verkehrsanbindung sowie Orte für Begegnung und die sportliche Freizeitnutzung. Aus wissenschaftlicher Sicht eröffnen sich durch die Landesgartenschau zudem vielfältige Chancen für eine Verknüpfung von innovativen Projekten der Hochschule und zukunftsfähiger sowie nachhaltiger Stadtentwicklung:

 

-       Landwirtschaft 5.0: Im nördlichen Riedland soll mit dem Projekt „Landwirtschaft 5.0“ eine klimaangepasste, biodiverse Landwirtschaft erprobt werden. Das Projekt ist bereits unabhängig von der Bewerbung in Zusammenarbeit mit Landwirten in der Region gestartet. Besucher*innen der Landesgartenschau-Ausstellung sollen auf einem Schau-Acker im Riedland diese neue Form der Landwirtschaft erleben können.

 

-       Smart x Green: Die Landesgartenschau soll mehr Energie produzieren als verbraucht wird. Dies wird durch ein intelligentes Energiesystem gewährleistet, welches die Bedarfe und Überschüsse an Energie ausgleicht und entsprechend verteilt. Pflanzen an Gebäudefassaden und in Beeten können mittels einer smarten Überwachung sowie der smarten Zufuhr von Wasser und Nährstoffen optimal versorgt werden. Die zunehmende Hitze in den Sommermonaten soll auf dem Ausstellungsgelände mit intelligenten Outdoor-Kühlsystemen ohne hohen Energieverbrauch abgemildert werden.

 

-       Smart x Mobile: Die Anreise zur Landesgartenschau soll möglichst ressourcenschonend und effizient ablaufen. Deshalb soll die Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsmittel durch ein System sichergestellt werden, das die individuelle Anreise vorab plant. Ergänzend dazu sollen Besucher*innen sich auch einen autonom fahrenden Shuttle-Dienst bestellen können, der sie an einem beliebigen Ort abholt und den Weg zur Landesgartenschau sicherstellt. So wird die Anreise mit dem Pkw vermieden und Parkflächen reduziert. Auf den trotzdem noch notwendigen Parkflächen soll gleichzeitig Energie durch Photovoltaik gewonnen werden.

 

-       Smart x Vital: Damit die Landesgartenschau für alle erlebbar ist, sollen Maschinen individuelle Einschränkungen ausgleichen und sich um die Bedürfnisse der einzelnen Besucher*innen kümmern. Diese persönlichen Agenten können beispielsweise Alternativen zum Gehen anbieten, optimale Wege nach Interesse und Fitnessgrad vorschlagen oder ganz allgemein Informationen zum Gelände, der Ausstellung und Veranstaltungen bereitstellen.

 

Statement Prof. Dr. Dr. Winfried Lieber

Quelle: Hochschule Offenburg

Eine Landesgartenschau in unmittelbarer Nähe zum Campus der Hochschule Offenburg wäre in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn: Grün- und Freiräume in unserem direkten Umfeld schaffen für die Studierenden wie auch die Mitarbeitenden einen inspirierenden Ort zum Lernen, Lehren und Forschen. Auch wird die mit der Landesgartenschau verbundene Entwicklung erfreulicherweise dazu führen, dass das Gelände unserer Hochschule noch enger mit der Innenstadt verknüpft wird. Besonders spannend ist für uns aber, dass ein solches Großprojekt Zukunftsthemen aufgreift, mit denen wir uns auch in den verschiedenen Forschungsdisziplinen unserer Hochschule beschäftigen. Somit entstehen durch eine Landesgartenschau neue Impulse für Forschung und Innovation, die wiederum die Basis für eine zukunftsfähige Stadt bilden.

 

Auch aus städtebaulicher Sicht bietet die Landesgartenschau tolle Chancen für den Hochschulstandort Offenburg: Die Wege zwischen Innenstadt und dem Hochschulcampus werden für Fußgänger und Radfahrer attraktiver gestaltet, die Anbindung des ÖPNVs verbessert. Die Hochschule wird besser an den Stadtraum angebunden. Durch die Landesgartenschau wachsen Hochschule und Stadt somit sowohl auf inhaltlicher als auch auf räumlicher Ebene noch enger zusammen  – während der tatsächlichen Schau und besonders auch darüber hinaus.

 

Statement Heike Huber (AStA)

Quelle: AStA

Studieren im Grünen und direkt am Wasser – mit der Landesgartenschau könnte das in Offenburg bald Realität sein. Zwar fließt auch jetzt schon die Kinzig an der Hochschule entlang, die Zugänglichkeit zum Wasser ist jedoch leider nicht wirklich gegeben. Durch die Landesgartenschau würde sich das ändern: Denn die geplante Hochschulerweiterung knüpft unmittelbar an den Mittelpunkt des Landesgartenschaugeländes, den Kinzigpark, an. Das fördert nicht nur ein gutes Lern- und Arbeitsumfeld, sondern eröffnet für die Studierenden auch neue und vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, Erholung und Bewegung am Wasser und in unmittelbarer Nähe zur Hochschule. Auch die Wegeverbindungen zwischen Innenstadt und Hochschule werden im Zuge der Landesgartenschau attraktiver gestaltet. In Kombination mit verbesserten öffentlichen Verkehrsanbindungen rücken Stadt und Hochschule somit noch stärker zusammen und Studierende werden noch mehr Teil der Stadt. Daher von mir ein klares JA zur Landesgartenschau!

 

In der nächsten Folge gehen wir der Frage nach, wie sich die Landesgartenschaubewerbung in die Entwicklung von Stegermatt einfügt und welche Chancen sich dadurch für den Stadtteil eröffnen.