Zielstrebig und heimatverbunden

- 20.03.2020 - 

Seit einigen Monaten ist Simone Krippl-Ketter Leiterin des Stadtteil- und Familienzentrums Stegermat

Klare berufliche Ziele hatte sie schon in den 90-er Jahren als Schülerin des Schiller-Gymnasiums: Umgang mit Menschen, etwas bewegen, und das möglichst in Offenburg. So hatte es sich die Tochter einer Zell-Weierbacher Familie vorgenommen. Heute ist die gelernte und studierte Sozialpädagogin Simone Krippl-Ketter Leiterin des Stadtteil- und Familienzentrums (SFZ) Stegermatt. Vor einigen Monaten trat sie die Nachfolge des langjährigen Leiters Joachim Riffel an.

Bereits nach der 10. Klasse, mit der Mittleren Reife in der Tasche,  zog es die heute 41-jährige in die Praxis. Eine Ausbildung als Erzieherin, Arbeit im Stadtteil- und Familienzentrum Oststadt und in der Kita Weier.

Die Fachhochschulreife holte sie in Lahr nach. Statt der Regelzeit von zwei Jahren brauchte sie nur die halbe Zeit. Ebenso zielstrebig ging sie auch das berufsbegleitende Studium an, für das sie zwischen Offenburg, Wiesbaden und Fulda pendelte. Zum Bachelor-Titel kam schließlich ein Master im Fach „Soziale Arbeit“ mit dem Schwerpunkt Sozialraumorientierung.

2007 übernahm Simone Krippl-Ketter zunächst die Leitung im „Haus der Kinder“. Der Hort wurde zugunsten eines landesweit wohl  einzigartigen Projekts aufgelöst: Seit 2010 gibt es das pädagogische Team an der Konrad-Adenauer-Ganztagsgrundschule. Dabei handelt es sich um eine landesweit wohl einzigartige Konstellation. Pädagogische Mitarbeitende des SFZ begleiten – zusätzlich zu der Lehrkraft – die Klassen und sorgen sozusagen für die praktische Anwendung des Gelernten.

Simone Krippl-Ketter erläutert: „Die Klasse nimmt beispielsweise Maße und Gewichte durch. Beim gemeinsamen Kuchenbacken erfahren die Kinder dann konkret, was eigentlich ein Liter oder 100 Gramm sind. Sie verstehen also, dass sie für das richtige Leben lernen.“

Das Personal für das Projekt kommt von den SFZ Stegermatt und Uffhofen. Grundlage ist eine Kooperationsvereinbarung mit der Schule.

Bis vor Kurzem leitete Simone Krippl-Ketter das Team, dann rückte sie an die Spitze des SFZ.Ihr Aufgabenbereich hat sich entsprechend erweitert. Neben dem pädagogischen Team erstreckt sich ihre Zuständigkeit nun auf die katholische Kindertagesstätte,  die städtische und kirchliche Gemeinwesenarbeit, den Jugendbereich und ein Arbeitsprojekt für benachteiligte Jugendliche mit Schul- und Berufsproblemen.

Zu den Angeboten für die Bevölkerung gehören beispielsweise das Familiencafé „Alleleut“ in Kooperation mit dem Kinderschutzbund, Elternaktionsnachmittage, der Mittagstisch für alle Generationen, Gymnastik und Besuchsdienste für ältere Menschen, Lerngruppen, die Kleiderkammer und Stadtteilprogramme zur sinnvollen Feriengestaltung.

Besonders stolz ist Simone Krippl-Ketter auf generationenübergeifende Projekte wie „Früher & Heute“, bei dem Grundschulkinder und alte Menschen zusammenkommen und sich austauschen.

Die neue Aufgabe als Leiterin des SFZ Stegermatt erfordert auch diplomatisches Fingerspitzengefühl, denn die Einrichtung hat gleich vier Träger. Dies sind – neben der Stadt Offenburg – der Verein Aktionsgemeinschaft Stegermatt e.V., die katholische Kirchengemeinde St. Ursula und das Diakonische Werk im Orte-naukreis als Vertreter der evangelischen Seite.

Über ihren erweiterten Wirkungskreis sagt Simone Krippl-Ketter: „Der Stadtteil Stegermatt ist sehr liebenswert. Hier möchte ich in den nächsten Jahren einiges bewegen. Gemeinsam können wir viel erreichen!“