Wohnzimmer anstatt Sporthalle

- 24.04.2020 - 

Die Alternative in Corona-Zeiten: Digitales Sporttraining macht´s möglich / Trainer freuen sich über

Die Stadt hat ihre Sporthallen und -anlagen geschlossen. Vereine und Fitnessstudios bieten vor Ort ebenfalls keine Trainingsmöglichkeiten mehr an. Doch gerade in diesen Zeiten sind sportliche Betätigungen sehr wichtig, nicht nur um körperlich fit zu bleiben, sondern auch für das psychische Wohlbefinden. Bei der Leichtathletikgemeinschaft Offenburg (LGO) und bei der RSG Offenburg-Fessenbach nachgefragt, welche Trainingsmöglichkeiten sie für ihre Mitglieder bereithalten.

Tausche Sporthalle gegen Wohnzimmer.

Trainingsorte in Corona-Zeiten sind entweder zu Hause oder auf Wald- oder Feldwegen. „Da haben es derzeit natürlich die Mannschaftssportarten oder auch die Schwimmer schwer“, erklärt Fritz Scheuer, 1. Vorsitzender des Sportkreises Offenburg, der sich als Interessensgemeinschaft von 120 Offenburger Sportvereinen sieht. Einfacher hätten es da die Leichtathleten und die Radfahrer, ihr Training aufrecht zu erhalten.

„Fünf Minuten Laufen auf der Stelle oder durch die Wohnung“ lautet aktuell das Aufwärmtraining der LGO für die U 14, gemeint sind damit die unter 14-Jährigen. „Alle zwei Wochen wechseln wir den Trainingsplan“, informiert LGO-Sportwart Werner Daniels. Einsehbar ist der Plan auf der Homepage der LGO www.lgoffenburg.de. Vier Trainer/innen sind derzeit Ansprechpartner für die U14. „Wir sind in ständigem Kontakt mit den Jugendlichen, sei es über Telefon oder per Whatsapp und stehen für Fragen zur Verfügung“, erklärt Daniels. „Manchmal verschicken wir auch Erklärvideos für die nicht gängigen Übungen. Das klappt sehr gut“, lacht dann sein Trainerherz. Und nicht selten kommen auch Videos oder Bilder von Übungseinheiten der Mitglieder an ihre Trainer zurück. „Das begeistert uns natürlich, zeigt es doch, wie motiviert unsere Sportlerinnen und Sportler sind“, so Daniels. Und das sei nicht selbstverständlich in Zeiten, in denen alle Wettkämpfe auf unbestimmte Zeit abgesagt sind. „Wer zu zweit joggen gehen will, muss natürlich den Mindestabstand von zwei Metern einhalten, was auf breiten Feldwegen kein Problem darstellt“, weiß der Trainer aus Erfahrung.

Für „ältere“ Athleten/innen gibt es von den Ausbildern spezielle Trainingspläne, die wöchentlich wechseln, von sechs Trainer/innen zusammengestellt und per Whatsapp verschickt werden. Fragen können jederzeit telefonisch oder eben per Whatsapp geklärt werden.

Auch die Sportler/innen der RSG Offenburg-Fessenbach dürfen derzeit keine Rennen fahren. „Aber die Motivation ist dennoch ungebrochen“, freut sich Stefan Backofen, 1. Vorsitzender des Vereins. Wenn auch die festen Trainingszeiten aufgehoben sind. Derzeit hat jeder seinen eigenen Trainingsplan, angepasst an Alter und Leistungsstärke. Die Fahrer erhalten die Pläne von ihren jeweiligen Trainern per E-Mail, Whatsapp oder eben postalisch. „Wir bekommen auch immer wieder Rückmeldung über Trainingsdaten von unseren Fahrerinnen und Fahrern, welche Strecken in welcher Zeit zurückgelegt wurden“, freut sich der 1. Vorsitzende. „Sogar Bilder oder Videos von den Trainingsstrecken gehen bei uns ein“, ist Backofen begeistert. Nur das Nachwuchstraining ruhe aktuell, bedauert er. Da Radfahren derzeit voll im Trend ist, hofft Backofen: „Vielleicht findet der eine oder andere dadurch auch den Weg zu unserem Verein.“

Offenburger Vereine, die auf ihr digitales Sporttraining hinweisen möchten, können das OFFENBLATT gerne nutzen, E-Mail: offenblatt@offenburg.de.

Blick in die Vergangenheit. Juniorenrennen 2018 mit vier Fahrern der RSG Offenburg-Fessenbach in der Spitzengruppe.