Immer schön sauber bleiben

- 24.04.2020 - 

20-köpfiges Team der Stadtreinigung der TBO kümmert sich um gepflegtes Erscheinungsbild der Stadt

Es gibt Arbeiten in der Stadt, die nahezu unsichtbar und lautlos verrichtet werden. Sie sind aber wichtig und unverzichtbar. Es scheint vielen eine Selbstverständlichkeit, diese saubere, gepflegte Stadt. Umso mehr fällt ins Auge, wenn mal irgendwo Müll herumliegt, wo er nicht hingehört. Fast Food-Schachteln, achtlos hingeworfen neben dem Abfalleimer. Der Hundehaufen in der Grünanlage. Ein Überblick wie der Alltag bei den Kollegen der Stadtreinigung aussieht.

Die Kehrmaschinen der TBO-Abteilung Stadtreinigung sind nahezu täglich im Einsatz. Langsam und blinkend bewegen sie sich im Stadtgebiet. Mit steuerbaren, links und rechts angebrachten Rotationsbesen geht es an fest sitzenden Schmutz und zähes Wildkraut. Über eine Düse verspritztes Wasser sorgt dafür, dass der Schmutz besser gebunden wird und nicht so viel Staub aufwirbelt. Durch die Besen wird der feuchte Kehricht in die Mitte gefegt und dort von einem Rohr in den Behälter des Fahrzeugs eingesaugt. Besonders der Schmutz nahe Entwässerungsrinnen muss entfernt werden, damit die Gullys nicht verstopfen. Rund 260 Kilometer Straßen und Gehwege werden regelmäßig gereinigt. Jährlich fallen rund 7000 Tonnen Straßenkehricht an.

Bei den TBO sind eher kleinere, wendige Fahrzeuge im Einsatz. Harald Möschle, Leiter der Abteilung Stadtbildpflege, erklärt: „Es gibt drei große und zwei kleine Kehrmaschinen. Wir verwenden zudem drei Kombis und ein kleines Müllpressfahrzeug mit einer Nutzlast von bis zu 7,5 Tonnen. Dieses entsorgt auch regelmäßig die Friedhofsabfälle in Kernstadt und Ortsteilen. Gewartet werden alle Fahrzeuge in der TBO-eigenen Werkstatt.“

Neben der Leerung der Mülleimer gilt es, den Abfall einzusammeln, der eben nicht den Weg in die Tonne gefunden hat. Auch bei den Müllbehältnissen gibt es Unterschiede in Größe, Form und Farbe. Es gibt welche mit und ohne Deckel, offen oder mit Regendach. Zudem gibt es Unterflurmülleimer, die unterirdisch verbaut sind. „Diese Behälter sind sehr groß und müssen ausgesaugt werden“, erklärt Harald Möschle.

Samstag ist Markttag – da erfolgt die Mülleimer-Leerung morgens zwischen sechs und neun Uhr, später – je nach Aufwand – die Marktreinigung zwischen 14 und 17 Uhr. Auch nach Sonderveranstaltungen wie Festen muss gesondert gereinigt werden, dies beläuft sich normalerweise auf rund 25 zusätzliche Reinigungszyklen. Im Jahr 2020 wird es in Folge der Corona-Epidemie und vieler gestrichener Veranstaltungen allerdings anders aussehen, prognostiziert Harald Möschle.

Gearbeitet wird nach einem Leistungsverzeichnis, das die Priorität und Häufigkeit der zu reinigenden Straßen, Plätze und Wege sowie der zu leerenden Mülleimer vorgibt. An die 1000 Müllbehältnisse sind es im gesamten Stadtgebiet. Jeden Herbst werden zudem an die 300 Tonnen Laub aufgesammelt. Auch der Winterdienst gehört zum Portfolio. 19 Mann und eine Frau stark ist das Team der Stadtreinigung.

Der Straßenkehricht wird von den TBO auf umliegenden Deponien entsorgt. Jedes Jahr werden laut Möschle die Abnahmestellen von der Vergabestelle neu ausgeschrieben. Der herbstliche Laubabfall landet in der Regel auf einer Kompostieranlage. Auch hier gibt es mehrere regionale Abnehmer.

„Der allgemein zunehmende Straßenverkehr und die Parksituation erschweren den Arbeitsalltag der Stadtreinigung. Nicht selten müssen Bereiche ungereinigt bleiben, da die Kehrmaschinen behindert werden und keinen Zugang finden. Oft ist stattdessen Handarbeit nötig. Die Kollegen nehmen auch wieder eine Zunahme an Hundekot wahr, und dies sogar im neugestalteten Innenstadtbereich – bisher war dies vor allem in den Grünanlagen eine immerwährende Belastung“, stellt Harald Möschle fest.

Auch die Verletzungsgefahr für die Kollegen der Stadtreinigung sei hoch: Scherben, Spritzen, Flüssigkeiten, spitze Gegenstände, die im Müll versteckt sind, nennt er. Aber auch die Arbeiten auf der Straße, nahe dem fließenden, oft zu schnellen Verkehr, fordern hohe Aufmerksamkeit.

Bei der täglichen Arbeit erhalten die Kollegen nicht immer Verständnis vom Umfeld. Erlebt wird eher ein sehr forderndes Verhalten. Doch Harald Möschle lobt seine Truppe: „Trotz aller Widrigkeiten wird Tag für Tag die nicht immer einfache Arbeit geleistet. Dazu stemmen wir etliche Sonderreinigungen außerhalb der regulären Arbeitszeit. Ich bin dankbar, wie selbstverständlich alle auch in der aktuell schwierigen Situation mitziehen und sich an die besonderen Schutzvereinbarungen halten. Auf den Punkt gebracht: Meine Leute halten die Sache einwandfrei am Laufen!“

Ganz besonders freut es die Kräfte der Stadtreinigung, die bei jedem Wetter draußen ihre Arbeit tun, wenn von Vorbeieilenden ein netter Gruß kommt – oder auch mal ein verdientes Dankeschön.
Sorgen für Sauberkeit. V.l.: Abdula Kafaba, Christian Williams, Severdjan Memedov und Jürgen Adam.