Ein fast privater Halbmarathon

- 30.04.2020 - 

Im Stadtwald können sich Lauffreudige auf die nächste Großveranstaltung vorbereiten 

Laufen geht auch in Corona-Zeiten. Im Stadtwald besteht die Möglichkeit, einen Halbmarathon zu absolvieren – jenseits einer Massenveranstaltung, die auch in den kommenden Monaten nicht stattfinden wird. Die Redaktion hat ihre Laufschuhe geschnürt und stellte sich der 21,0975-Kilometer-Distanz.

Spreu und Weizen. Rechts geht es über die längere Distanz.

Der Zugang zur Halbmarathon-Strecke (wer‘s lieber kürzer mag, kann sich über fünf oder zehn Kilometer ergehen) erfolgt über die Wichernstraße gegenüber einer Bushaltestelle. Nach wenigen Metern findet sich die große Infotafel als Ausgangspunkt. In den nächsten beiden Stunden dient das schwarze Laufmännchen als Orientierung. Wer sonst in der Vorbergzone oder anderen abgeschiedeneren Gegenden unterwegs ist, wird das permanente Dröhnen der Fahrzeuge auf der naheliegenden Autobahn zunächst als unliebsame Geräuschkulisse wahrnehmen. Dafür ist der Parcours flach und vorzugsweise unasphaltiert. Eine gewisse Konzentration auf den Untergrund ist erforderlich, Unebenheiten, kleinere Mulden und Wurzeln können zu Stolperfallen werden. Alles in allem läuft es sich gut. Mitunter quert eine Amsel im Tiefflug die Strecke, bei Schutterwald werden Pferde zunächst gerochen und dann auch gesichtet.

Zunächst sind die drei Strecken identisch, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Bei Kilometer fünf geht es für die ambitionierteren Sportler/innen Richtung Langhurst. Vor dem Ort wird das einzige Mal mit der Kreisstraße eine öffentlich befahrene Straße überquert. Ansonsten geht es viele Kilometer durch den Stadtwald und den Gemeindewald Schutterwald. Zeitweise sind die Wege schnurgerade und lassen an den Slogan eines Kreditinstituts denken: „Wir machen den Weg frei.“ Kurz vor Müllen gibt es statt Bäume weite Felder. Wer die Kirche von Müllen hinter sich gelassen hat, hat die Hälfte der Strecke geschafft. Auf dem Rückweg geht es am Schutterwälder Baggersee vorbei – nur wenige Streckenabschnitte überschneiden sich auf dem Hin- und Rückweg. Die Ausschilderung ist zuverlässig und gut sichtbar. Schade nur, dass bei der neuen Vermessung auf Kilometerangaben verzichtet wurde. Aber das lässt sich ja nachholen. Alles in allem hat die Stadt gemeinsam mit den Technischen Betrieben Offenburg, der LG Offenburg/ETSV Offenburg und dem Christlichen Jugenddorf ganze Arbeit geleistet. Eine echte Entdeckung.

  

Infotafel. Die drei Strecken haben verschiedene Farben

  

Schnurgerade. „Wir machen den Weg frei“ im Stadtwald.