Wenn die Muse online geht

- 30.04.2020 - 

Musikschule, Kunstschule und Volkshochschule bieten trotz Schließung Unterricht und Kurse

Die Musikschule, Volkshochschule und Kunstschule in Offenburg sind seit 16. März geschlossen. Trotzdem findet Unterricht statt – mithilfe von Online-Angeboten. Im Gespräch mit den drei Institutionen erfuhr die Redaktion weitere Einzelheiten.

Virtuell. Querflötenunterricht in Corona-Zeiten.

Seit Schließung der Schulen bietet die Musikschule Online-Kurse an. Hauptsächlich gibt es Einzelunterricht in digitaler Form. „Der gesamte Instrumentalunterricht erfolgt online, wenn dies gewünscht wird. Dazu müssen auch die technischen Voraussetzungen gegeben sein“, informiert der Leiter der Musikschule, Peter Stöhr. Von 80 Lehrkräften, die Einzelunterricht erteilen, unterrichten 60 bis 70 online. „Klar ist, dass der face-to-face-Kontakt fehlt. Daher werden die Inhalte entsprechend angepasst und so aufgebaut, dass der Unterricht online erfolgen kann. Atmung, Körperhaltung und Theorie können im Video dennoch gelehrt werden“, berichtet der Leiter weiter. Die Musikschule bietet diesen über Skype, E-Mail und Telefon an.

Daneben wird daran gearbeitet, ein Tool anbieten zu können, um mit einem eigenen Server unabhängig von Skype zu sein. „Der Online-Unterricht lief langsam an. Doch nach einer Woche ging es recht flott und viele haben teilgenommen. Das liegt unter anderem daran, dass erst mal alles installiert werden und sich einspielen musste“, sagt Stöhr. Seither erhalte die Musikschule sehr gutes Feedback. Für die Schüler sei es ein Abenteuer und sehr spannend. Auch die Eltern seien begeistert.

Unter dem Motto VHSdaheim hat die Volkshochschule ebenfalls einiges zu bieten. Zu Beginn startete die Bildungseinrichtung mit Lehrgängen, nach und nach kamen mehr Kurse hinzu. Das Angebot besteht derzeit aus zehn Kursen und wird fortlaufend auf der Homepage vhs-offenburg.de aktualisiert und erweitert. Neben Sprachkursen und einem Tanzkurs wird ein Yoga-Kurs angeboten. Die Kurse spielen sich auf unterschiedlichen Portalen ab. „Der Live-Kochkurs letzte Woche fand beispielsweise auf dem YouTube-Kanal statt. Sprachkurse werden über das Videokonferenz-System Zoom abgehalten, welches den Vorteil hat, unbegrenzt Personen hinzuschalten zu können. Zudem besteht die Möglichkeit, in der VHS-Cloud Dateien und Arbeitsblätter hochzuladen und Konferenzen abzuhalten“, so Benjamin Köhler, zuständig für das Marketing der VHS.

Die Cloud habe man schon vor der Corona-Krise gehabt. Bei Zoom bestehen Zweifel wegen des Datenschutzes und man teste daher Alternativen. Bisher erreichten die Volkshochschule nur positive Rückmeldungen. „Bei manchen schwingt am Anfang etwas Skepsis mit, wie beim Tanzkurs. Wenn die Teilnehmer dann erstmals online dabei sind, sehen sie, dass es gut online funktionieren kann. Die Teilnehmer akzeptieren das und wissen, dass die VHS bemüht ist. Das Verständnis ist also da“, versichert Köhler.

Was bei der Musikschule und Volkshochschule gut funktioniert, gestaltet sich bei der Kunstschule etwas schwierig. Manche Formate wie Bildhauerei-Kurse lassen sich im Gegensatz zur Fotografie nicht online anbieten. Dennoch hat die Kunstschule drei Freitags-Online-Kurse wie Kinderateliers. Auch ein Erwachsenen-Fotokurs unter Anleitung eines Foto- und Filmprofis läuft regelmäßig. Aktuell arbeitet die Kunstschule an weiteren Angeboten. Körperlose Technik wie Film sei online nicht leicht zu vermitteln. Von Woche zu Woche wolle man aber mehr anbieten, so Kunstschulleiter Michael Witte.

Auch das Vorstudium läuft weiterhin online, welches normalerweise auf neun Monate in Vollzeit an der Kunstschule konzipiert ist. In der ungewohnten Situation lief das Online-Angebot anfangs schleppend. Laut Michael Witte stellten Eltern sich bei der Verwendung von Zoom die Frage der Datensicherheit. Daher sucht auch die Kunstschule nach einer Alternative und möchte auf das Webkonferenzsystem BigBlueButton umsteigen.

Geht doch! Dozentin Cornelia Koch-Schrimpf beim Unterrichten.