Relevant bleiben

- 07.05.2020 - 

Die Schätze des Museums im Ritterhaus sind zugänglich

Das Museum im Ritterhaus ist seit vielen Jahren eine beliebte Anlaufstelle für Kulturfreunde und Geschichtsinteressierte. Seit Mitte März ist die Einrichtung geschlossen, aber die Verantwortlichen haben sich etwas einfallen lassen, um auch in Zeiten der Corona-Krise die Schätze des Museums zugänglich zu machen. Die Redaktion hat bei Patricia Potrykus vom Museum nachgefragt, welche Angebote es gibt.

 

Hofft auf eine digitale Strategie auch nach Corona: Patricia Potrykus.

Frau Potrykus, ein Museum lebt doch von Besuchern. Wie können Sie denn in dieser Zeit die Sammlung des Museums zugänglich machen?
Patricia Potrykus:
Das stimmt! Im Museum gab es vor Corona bereits morgens schon ein reges Gewusel mit Schulklassen und Kindergartengruppen. Und täglich viele Besucher/innen von nah und fern. Das fehlt uns allen sehr! Wir versuchen jetzt verstärkt mit unserem digitalen Angebot auf den beiden Social Media Kanälen Facebook und Instagram einen Blick ins Haus zu ermöglichen. Für jede der sechs Abteilungen haben wir ein kleines Paket geschnürt mit Einblicken in die Räume, ausgesuchten Objekten, interessanten Kurzinfos, Hörstationen, kleinen Filmclips.

 

 

Kunst und Geschichte zu erleben, das ist ja oft ein Dialog der Besucher mit den Ausstellungsmachern. Können Sie diesen Dialog digital aufgreifen?
Potrykus:
Die Auswahl treffen wir, also die Ausstellungsmacher, auch für das digitale Programm, wir „kuratieren“ also auch hier. Die Besucher/innen können reagieren, liken, kommentieren und auch Fragen stellen. Wir sind erreichbar.

 

Wie schwierig war die technische Umsetzung?
Potrykus:
Unser Team hat relativ schnell reagiert, auch weil wir eng mit anderen Museen vernetzt sind und die Frage aufkam, wie Museen relevant bleiben. Wir haben gutes Bildmaterial von den Ausstellungsräumen und vielen Objekten. Und da alle Ausstellungen inhaltlich von uns konzipiert wurden, sind wir drin in der Materie und entwickeln Kurztexte aus einem großen Pool an Inhalten und Wissen. Neu sind die Rätsel und die Videos, die unser Kollege Tycho Klettner mit Alexandra Eisinger vor Ort dreht. Als Museumspädagogin ist es Alexandra gewohnt auf unterschiedliche Bedürfnisse zu reagieren – jetzt bewegt sie sich vor einer Kamera. Jeder Raum ist verschieden. Hier mussten wir technisch aufrüsten, damit Ton und Bild besser werden können – da probieren wir einfach aus.

 

Ist es möglich, Gruppen zu erreichen, die nicht der Generation Instagram angehören?
Potrykus:
Unser digitales Programm läuft in den digitalen Kanälen, nur hier kann man diese aufbereiteten Inhalte abrufen. Darunter sind sicherlich auch ältere Menschen. In den letzten Wochen gab es aber auch ein Angebot in der Zeitung, eine mehrteilige Artikelserie zum Ende des zweiten Weltkriegs.

 

Es wird ja gesagt, dass die Corona-Krise lang anhaltende Änderungen mit sich bringen wird. Ist das in Ihrer Konzeption auch ein Thema?
Potrykus:
Die Corona-Krise hat eine große Bewegung bei den Museen ausgelöst. Optimalerweise wird eine digitale Strategie entwickelt, das wäre auch für unser Haus wünschenswert.

 

Info: Facebook https://www.facebook.com/museum.offenburg/

Instagram https://www.instagram.com/museum_im_ritterhaus/