200 Jahre Demokratiegeschichte

- 07.05.2020 - 

Gemeinderatsbeschluss: Der Salmen wird für 3,31 Millionen Euro zu einem modernen Erinnerungsort umge

Bald können die Arbeiten am Salmen beginnen: Der Baubeschluss ist in einer Eilentscheidung von Oberbürgermeister Marco Steffens nach Votum des Gemeinderats (35 Jastimmen, 3 Neinstimmen) gefallen. Der Salmen soll bekanntermaßen zu einem modernen und barrierefreien Ausstellungs-, Erinnerungs- und Veranstaltungsort für die Freiheits- und Demokratiegeschichte der vergangenen 200 Jahre in Baden, Deutschland und deren Verbindung zum heutigen Europa weiterentwickelt werden.

Umbau. Bis zu den Heimattagen soll der Salmen 4.0 fertig sein.

Der „Salmen 4.0“ soll am 13. Mai 2022 im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg eröffnet werden. Bereits ab Januar 2022 ist ein Probelauf geplant. Die Stadtverwaltung hatte sich erfolgreich um Bundesmittel beworben (wir haben berichtet). Die Ausführungskosten für die komplette Maßnahme betragen 3,31 Millionen Euro brutto. In dieser Summe ist die zusätzlich notwendig gewordene Instandsetzung der Fußbodenheizung im historischen Saal (110000 Euro brutto) enthalten. Über die Projektförderung „Nationale Projekte des Städtebaus“ des Bundes wurden der Stadt Mittel in Höhe von 1,95 Millionen Euro zugesagt. Somit trägt die Stadt einen Anteil in Höhe von 1,36 Millionen Euro. Dieser wird im Doppelhaushalt 2020/2021 bereitgestellt.

Der Bauantrag umfasst alle erforderlichen baulichen Maßnahmen, um an diesem authentischen Ort 200 Jahre deutsche Demokratiegeschichte einem größeren Publikum auf verständliche Weise erlebbar zu machen – digital, multimedial und analog. Ein wesentlicher Raum erinnert an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Offenburg, des Salmen als Synagoge und der nationalsozialistischen Verbrechen an den hier lebenden jüdischen Bürgerinnen und Bürgern.

Die Schaffung einer sehr weitgehenden Barrierefreiheit ist erklärtes Teilziel der Maßnahme.Das Vorderhaus erhält ein neues Treppenhaus sowie einen zusätzlichen Aufzug. Zudem sind Durchbrüche vom Salmengebäude zum Vorderhaus vorgesehen. Im derzeit weitgehend leerstehenden Vorderhaus wird so eine dauerhafte Nutzung möglich, die das Ensemble stark aufwertet.

Durch den Aufzug werden das Erdgeschoss, das erste Obergeschoss und insbesondere die Galerie des historischen Salmengebäudes barrierefrei erreichbar. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss entsteht ein moderner Ausstellungs- und Workshopbereich. Das Foyer und der Innenhof werden zu einem modernen, offenen „Willkommensbereich“ für Besucher umgestaltet. Der Innenhof erhält unter anderem in Teilen einen neuen Bodenbelag, Sitzmöglichkeiten, Radabstellplätze sowie einen Trinkbrunnen zur Erfrischung. Im Foyer werden zusätzlich die Infrastruktur für den Besucherempfang und der Oberbodenbelag modernisiert sowie erste Bereiche der Ausstellung errichtet.

Der moderne Glasbau wird künftig als Sonderausstellungsfläche genutzt. Durch eine Rampe wird er besser zugänglich, außerdem wird das Glasdach beschattet und eine moderne Belüftungsanlage installiert. Die historische Galerie im Salmensaal soll durch einen Rückbau wieder ihre ursprüngliche, offene Wirkung erhalten. Zudem wird dort die museale Präsentation erneuert. Eine herausragende Rolle spielt das Angebot digitaler Ausstellungselemente, um den Salmen als einen modernen Kultur-, Begegnungs- und Bildungsort zu etablieren.

Voraussetzung ist die Erneuerung und Erweiterung der aus dem Jahr 2002 stammenden elektrischen Infrastruktur. Carmen Lötsch (Fachbereichsleiterin Kultur): „Von Anfang an war klar, der Salmen-Saal mit seiner einzigartigen Geschichte soll als ein ganz besonderer Veranstaltungsort erhalten bleiben. Zusätzlich erleben die Besucher*innen künftig die historischen Zusammenhänge in diesem Raum auf ganz neue Weise. Das wird möglich, weil wir mit modernen Medien arbeiten. Die Wände erwachen zum Leben und erzählen ihre Geschichte.“ Der Baubeginn am Vorderhaus ist für die zweite Hälfte dieses Jahres vorgesehen, die Arbeiten am historischen Salmen-Gebäude für Anfang 2021.