Vom Wunder des Lebens

- 04.07.2020 - 

Franziska Elble leitet für zwei Jahre die Kindertagesstätte in Elgersweier / 137 Kinder

Für Erzieherin Franziska Elble erlaubt die Arbeit mit Kindern Einblick in das Wunder des Lebens. Einfach Dinge mal ausprobieren, etwas Neues in Angriff nehmen, davon könnten sich Erwachsene eine Scheibe abschneiden. Für die 31-Jährige sind die kommenden zwei Jahre indes auch ein kleines Stück Neuland: In Elternzeitvertretung hat sie die Leitungsfunktion der Kindertagesstätte in Elgersweier mit ihren 137 Kindern aus vielen verschiedenen Herkunftsländern übernommen.

Man profitiere von der Unterschiedlichkeit, sagt die Erzieherin, das sei eine sehr wertvolle Erfahrung. Die Leitung des Kindergartens zu übernehmen, sei allerdings schon „ein großer Schritt“, doch sie könne auf ein sehr starkes Team zurückgreifen, das mache die Arbeit sehr viel einfacher: „Wir ziehen alle an einem Strang, und alle packen mit an.“

Der Berufswunsch stand für Franziska Elble recht früh fest. Gleichwohl wollte die gebürtige Offenburgerin nach dem Besuch der Fachschule für Sozialpädagogik in Gengenbach erst mal ein wenig von der Welt sehen. Die Reise ging in die englische Industriestadt Manchester. „Da habe ich wahnsinnig tolle Erfahrungen gemacht“, erklärt Elble. Nach Stationen im Familienzentrum Uffhofen und dem Bildungshaus in Zunsweier kam sie zur Kita in Elgersweier. In ihrer Leitungsfunktion könne sie von früheren Fortbildungskursen unter anderem zur Weiterentwicklung von Konzepten profitieren. Die Kindertagesstätte hat insgesamt 27 Mitarbeitende, berichtet die Leiterin, und man sei stolz darauf, dass es neben 24 Erzieherinnen auch drei Erzieher gibt.

Wie der Alltag in der Kita in den nächsten Monaten aussieht, daran müsse weiterhin gefeilt werden. So seien die Bring- und Abholzeiten immer kritisch, weil sich viele Menschen auf einem begrenzten Raum begegnen. Fest steht, dass das bislang geltende Infans-Konzept der Stadt Offenburg in dieser Form in Corona-Zeiten nicht umgesetzt werden könne. Allerdings freuen sich alle sehr, dass die Kita wieder geöffnet ist und nach der auf die Hälfte reduzierten Anfangsphase der normale Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Anstelle des bislang geltenden Infans-Konzept der Stadt Offenburg, welches jedes Kind nach seinen Stärken beziehungsweise Schwächen gezielt fördert, sind nun andere Pläne notwendig.

Denn zum Infans-Konzept gehören ein offenes Haus und sogenannte Bildungsräume, für jeden Bildungsbereich gibt es eine Fachkraft. Das sei nun nicht mehr umsetzbar. „Wir sind gewohnt, im ganzen Haus zu arbeiten“, erläutert die Leiterin, nun müsse man sich beschränken. Die Kinder haben keinen Zugang mehr zu allen Räumen im Haus, sie werden in feste Stammgruppen eingeteilt. Aber nicht nur für die Kinder, auch für die Erzieher sei das eine Umstellung.

Man wolle die Dinge gut und lebensnah umsetzen, damit die Kinder behütet und behutsam ankommen. „Ich sehe meine Aufgabe darin, die Maßnahmen so umzusetzen, dass sie gut für die Kinder und gut fürs Personal sind.“