Zentrum fürs Dorf

- 13.07.2020 - 

Ideen zu Fessenbachs Alter Winzergenossenschaft

Vor knapp einem Jahr hat die Stadt das Gebäude der Alten Winzergenossenschaft im Ortsteil Fessenbach gekauft. Die Bürgerinitiative „Alte WG – neues Dorfzentrum“ erhofft sich eine Belebung des Ortskerns. Moderiert von Bürgermeister Hans-Peter Kopp wurden jetzt in zwei Video-Foren erste Ideen präsentiert.

Das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Sutter³ GmbH  Co. KG aus Freiburg hat drei Varianten präsentiert. Wohin gehen die Vorstellungen?

Hans-Peter Kopp: Die drei Varianten stellen ein Spektrum dar, von einer intensiven öffentlichen Vereinsnutzung bis hin zu einer eher reduzierten Nutzung, bei der das Wohnen stärker im Vordergrund steht. Dazwischen ist Vieles möglich. Eine Rolle spielt dabei das Thema Wirtschaftlichkeit: Das Projekt soll sich ja im Kern auch finanziell tragen.

 

Sind die Belange gemeinnütziger und kommerzieller Nutzung ausgewogen abgebildet?

Kopp: Das wurde in den Varianten unterschiedlich gewichtet. Entscheidend ist die Frage: Was braucht man wirklich im Ortszentrum, wie sieht ein guter Nutzungsmix aus? Wir müssen z.B. auch an die Menschen denken, die vielleicht aus Altersgründen nicht in ihren Häusern bleiben können oder wollen. Es wäre sinnvoll, dass sie angemessenen und barrierearmen Wohnraum im angestammten Ortsteil finden.

 

Konnte sich eine der Varianten schon klar absetzen?

Kopp: Ziel der Variantenwerkstatt war es, Rückmeldung von Bürgerinnen und Bürgern zu sammeln. Wir haben über 40 Rückmeldebögen bekommen mit teilweise sehr detaillierten und qualifizierten Vorstellungen. Eine Variante – die Nummer zwei – ist dabei auf wenig Gegenliebe gestoßen.

 

Warum?

Kopp: Die Menschen wollen, dass der integrierte Dorfladen deutlicher sichtbar ist. Er soll oben an der Straße sein, zugänglich über einen schönen Platz. In der Variante war er zu einem Tiefhof hin gelegen, also eher verborgen.

 

Welche Anliegen waren sonst noch wichtig?

Kopp: Ohne zu sehr in die Einzelheiten zu gehen: Sehr wichtig ist den Menschen das Thema Dorfladen mit einem Treffpunkt in Form eines Cafés, außerdem legen sie Wert auf Räume zur öffentlichen Nutzung durch zum Beispiel Vereine oder Jugend. Hier geht es um Aktivitäten, für die die Reblandhalle zu groß ist. Ein großes Thema ist ein schön gestalteter Dorfplatz, denn bisher hat Fessenbach keine gewachsene Mitte. An der alten WG könnte so ein Dorfzentrum entstehen. Von unserer Seite aus wären wir auch bereit, die Ortsverwaltung dort zu integrieren, sie also quasi in die Mitte des öffentlichen Lebens zu rücken.

 

Wie ist der Fahrplan für das weitere Vorgehen?

Kopp: Wir sind jetzt in der Arbeitsphase zwei. Die bisherigen Varianten sowie die Rückmeldungen aus Bürgerschaft und Ortschaftsrat werden zu einem Vorschlag zusammengeführt. Er wird am 1. Oktober in einer Bürgerinfo in der Reblandhalle vorgestellt. Wir hoffen, dass es bis dahin möglich sein wird, dies in einer Präsenzveranstaltung zu tun. Parallel muss auch noch im zweiten Halbjahr ein Umsetzungs- und Finanzierungskonzept erarbeitet werden. Wir gehen davon aus, dass 2021 im Ortschaftsrat und im Gemeinderat weitere Entscheidungen getroffen werden können.