Die Klinik-Planung kommt voran

- 18.07.2020 - 

Haupt- und Bauausschuss begrüßt die Durchführung eines Planungswettbewerbs / Bürger-Information am Dienstag.

In die Klinik-Planung kommt vermehrt Bewegung: Der Ortenaukreis beabsichtigt die Auslobung eines Planungswettbewerbs für den Neubau. Darüber wurde im Haupt- und Bauausschuss am Montag berichtet.

Es soll ein Planungswettbewerb für die Vergabe von Architektenleistungen in Form eines Verhandlungsverfahrens mit nichtoffenem Planungswettbewerb ausgelobt werden. Das Ergebnis wird die Basis für den weiteren Planungsprozess bilden. Dem Wettbewerb ist ein Bewerbungsverfahren vorgeschaltet. Die Ausschreibung erfolgt öffentlich als EU-Wettbewerbsbekanntmachung. Der eigentliche Wettbewerb erfolgt beschränkt auf voraussichtlich 15 Teilnehmer.

Der Ortenaukreis beabsichtigt, auch den Oberbürgermeister und die Bürgermeister der Stadt Offenburg als Preisrichter beziehungsweise Stellvertreter einzubeziehen. Außerdem möchte der Ortenaukreis Vertreter aller Offenburger Gemeinderatsfraktionen sowie je einen Vertreter aus den unmittelbar berührten Orts- beziehungsweise Stadtteilen (Bohlsbach, Bühl, Nordweststadt) beratend zum Preisgericht mit hinzuziehen. Ferner sollen auch weitere Fachleute aus der Stadtverwaltung, etwa zum Verkehr, beratend mit eingebunden werden.

Aufgabe der Stadt Offenburg ist es, städtebauliche und verkehrliche Rahmenbedingungen in Abstimmung mit dem Ortenaukreis in die Wettbewerbsauslobung einzubringen. Hierbei geht es um die Frage, wie der Klinik-Campus künftig städtebaulich verortet und wie die Fläche in das Umfeld eingebunden wird. Wesentliche Rahmenbedingungen und Ziele sind: die Integration des Klinik-Campus in die Umgebung; Klimawandelanpassung durch die Einplanung eines hohen Begrünungsanteils; die optimale Anordnung von lärmemittierenden und lärmempfindlichen Nutzungen; die Berücksichtigung energetischer Fragestellungen zu Energieeinsparung und nachhaltiger Energieerzeugung; eine größtmögliche Verkehrsabwicklung durch den Umweltverbund (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr). Die möglichst geringe Belastung von Wohnquartieren und Ortszentren durch den Kfz-Verkehr soll durch die Anbindung an die Lise-Meitner-Straße beziehungsweise die B3 mit zusätzlichem Anschluss an die B33 als Option erreicht werden.

„Wir empfehlen dem Gremium, die Zufahrt über die B33 zwar als freie Trasse offenzuhalten, aber sie ausschließlich für die Rettungsfahrzeuge oder den ÖPNV vorzusehen, aber nicht für den motorisierten Individualverkehr“, sagte OB Marco Steffens. Weitere Details erläuterten Stadtplaner Leon Feuerlein und Verkehrsplaner Marco Pastorini.

Nach aktuellem Stand sind folgende Verfahrensschritte für die Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbsverfahrens terminiert: Preisrichtervorbesprechung am 20.7.2020, Kolloquium und Ortsbesichtigung am 7.12.2020 und Preisgerichtssitzung am 22./23.3.2021. Lob gab es von Ingo Eisenbeiß (Grüne): „Wir merken, dass hier gute Vorarbeit geleistet wurde.“ Eisenbeiß erkundigte sich, ob es stimme, dass auch die Krankenpflegeschule auf dem Klinik-Campus ansiedeln wolle. OB Steffens bejahte das, betonte aber, dass dies nur auf der Realisierungsfläche sein könne und nicht auf dem Grüngürtel. Albert Glatt (CDU) bedankte sich für die zusätzlichen Erläuterungen zu den verkehrlichen Aspekten: „Die verkehrliche Erreichbarkeit ist so definiert, dass es zu möglichst geringer Beeinträchtigung von Wohngebieten und Ortschaften kommt.“ Auch Tobias Isenmann (FWO) stimmte der Vorlage in allen Punkten zu: „Wir begrüßen auch, dass es einen Ideenwettbewerb für das Gewerbegebiet und den Grünzug gibt.“ Martina Bregler (SPD) begrüßte insbesondere die bisherige und laufende Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die „ökologische und nachhaltige Gestaltung besonders in die Umgebung des Klinikums hinein“.

„Verkehr und Anbindung werden auch zukünftig am kontroversesten diskutiert werden“, war Thomas Bauknecht (FDP) überzeugt, war mit der vorgelegten Lösung aber einverstanden. Taras Maygutiak (AfD) stimmte hier ein, meinte derweil aber auch: „Die Planungen des Verkehrs der Zukunft sind ein ‚bisschen Glaskugel‘. Einstimmig empfahl der Haupt- und Bauausschuss dem Gemeinderat, der am 27. Juli tagen wird, die Durchführung eines Planungswettbewerbs für die Entwicklung des neuen „Klinik-Campus“ durch den Ortenaukreis zu begrüßen, die genannten Informationen zur Kenntnis zu nehmen und die Stadtverwaltung zu beauftragen, die Rahmenbedingungen und Ziele an den Ortenaukreis zur Berücksichtigung in der Wettbewerbsauslobung weiterzuleiten.

 

Info Klinikum

Bis 2030 soll im Ortenaukreis die medizinische Infrastruktur und Notfall-Versorgung zukunftsweisend verbessert werden. Mit dem Neubau eines zentralen Klinikums im Holderstock wird die Stadt Offenburg dabei eine tragende Rolle spielen.

Am Dienstag, 21. Juli, 19 Uhr, in der Oberrheinhalle findet eine weitere Informationsveranstaltung zum Neubau des Ortenau-Klinikums im Holderstock statt, zu der die Stadt Offenburg alle Interessierten einlädt. Neben einem Überblick zu Sachstand und Zeitschiene dieses komplexen Großprojekts werden die Projektverantwortlichen dabei insbesondere auf den anstehenden Architektenwettbewerb des Ortenaukreises eingehen. Hierbei wird die Stadt Offenburg Vorgaben zu Städtebau und Verkehr in die Aufgabenstellung einspeisen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben die Gelegenheit, sich zu informieren. Ende Juli wird dann der Gemeinderat seinen Beschluss fassen. Für die Veranstaltung gelten die aktuellen Hygienevorschriften. Eine Anmeldung unter Telefon 07 81/82-22 72 oder E-Mail: stadtentwicklung@offenburg.de ist bis zum 20. Juli 2020 notwendig. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl können nur Personen, die eine Teilnahmebestätigung erhalten, zugelassen werden.