Gedanken zur Gifiz-Gestaltung

- 06.10.2020 - 

Ergebnisoffener Prozess mit gegensätzlichen Vorstellungen am Nordufer – Einmütigkeit beim Halbinsel-

Die Gegensätze am Gifiz scheinen unüberbrückbar. Auf der einen Seite: eine Bürgerinitiative, die tausende Unterschriften gesammelt hat und ein Strandbadpächter, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft. Auf der anderen Seite das Argument, ohne ein bewirtschaftetes Strandbad wäre das Nordufer ganzjährig und für alle zugänglich – und nicht nur drei oder vier Monate für zahlendes Publikum. In diesem Spannungsfeld stellte jetzt Bürgermeister Oliver Martini die Pläne der Stadt für Offenburgs größten See vor.

Quelle: Michael Bode

 

Im Fokus des Interesses steht dabei das „Teilprojekt 2“, das Nordufer mit dem Strandbad. Das Verfahren zum jetzigen Zeitpunkt sei ergebnisoffen, betonte Martini immer wieder. Vorgeschaltet werde eine breite Bürgerbeteiligung. Gespräche mit „Stakeholdern“, also den unmittelbar betroffenen Anliegern, sind bereits im Gang.

Wegen der Corona-Pandemie ist hier der Zeitplan etwas in Verzug geraten. Das Gespräch mit einem Teil der Anlieger fand mit fünfmonatiger Verspätung erst kürzlich statt. Teilnehmer waren die DLRG, das Essgut – vertreten durch die Eigentümerin Kronenbrauerei und den Betreiber Christian Beck – sowie der Volleyballclub, der für die Beachvolleyballfelder im Areal zuständig ist. Ein separates Gespräch mit Strandbad-Pächter Dirk Hesse und Mitgliedern der Bürgerinitiative war zum Zeitpunkt der Pressekonferenz geplant und stand unmittelbar bevor.

Für den weiteren Verlauf hat die  Stadtverwaltung folgenden Zeitplan ausgearbeitet:

Quelle: Stadt Offenburg

Am 20. Oktober wird es eine Bürgerwerkstatt zum Thema „Nordufer“ geben. Die Stadt will im Rahmen dieses Formats Alternativen vorstellen und diskutieren. Zur Sprache kommen sollen auch Eindrücke einer Exkursion in den Großraum München und ins badische Pfullendorf. Dort hatten sich Stadträte und Mitarbeitende der Verwaltung an mehreren Seen über das Potenzial nicht bewirtschafteter Strandbäder informiert. Im Focus standen dabei die Themen Sicherheit und Beaufsichtigung sowie die Gastronomie und Sanitäreinrichtungen, berichtete Philipp Denkinger, Abteilungsleiter Grünflächen und Umweltschutz.

Da bei nicht bewirtschafteten Einrichtungen die Eintrittsgelder wegfallen, hat sich die Delegation auch mit unterschiedlichen Finanzierungsmodellen vertraut gemacht  – etwa durch einen Trägerverein.

Zurück zum Zeitplan: Ab November wird die Stadtverwaltung Entwurfsalternativen erarbeiten, die dann in eine Beteiligungsphase mit den Anliegern einfließen. Namentlich genannt wurden DLRG, Essgut, Volleyballclub und Angelsportverein.

Es folgen die Vorstellung im Planungsausschuss sowie eine noch nicht näher spezifizierte Bürgerbeteiligung im ersten Quartal 2021 und die Beschlussfassung im Gemeinderat im dritten Quartal.

Nach Ausschreibung und Planung startet ab dem dritten Quartal des Folgejahres, also 2022, der Bau. Zur Saisoneröffnung 2023 soll im Mai oder Juni das Anbaden am Nordufer stattfinden.

Weit weniger kontrovers gestaltet sich unterdessen das „Teilprojekt 1“, die Neugestaltung der Gifiz-Halbinsel mit Wasserspielplatz und Sanitäreinrichtungen. Sie war nach breiter Bürgerbeteiligung voriges Jahr im Gemeinderat beschlossen worden.

Grundgedanke ist, dass die Stadt für eine wachsende Bevölkerung weitere qualitativ hochwertige Erholungsflächen für die Menschen bereitstellen muss.

„Die Planung steht vor dem Abschluss, die Bauarbeiten beginnen im kommenden Frühjahr“, sagte Bürgermeister Martini.

Das aufgewertete Naherholungsgebiet soll bereits zur Eröffnung der Badesaison 2022 fertig gestellt sein. Im Haushalt der Stadt sind 1,2 Millionen Euro für das Projekt eingestellt.