ZOB wird nach Norden verlegt

- 16.10.2020 - 

Ausschüsse für Planung und Verkehr verabschieden Wettbewerbs-Vorgaben zur Gestaltung der Bahnhofsumgebungc

 

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) wird in den Norden des Bahnhofs verlagert – zumindest schwerpunktmäßig. Mit dieser Vorgabe wird die Stadt ein Wettbewerbsverfahren zur Gestaltung des Bahnhofsbereichs ausschreiben. In einer gemeinsamen Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Oliver Martini stimmten die Ausschüsse für Planung und Verkehr einstimmig für den Vorschlag.

Zur Debatte stehen noch zwei Varianten für den Busverkehr. Die weitergehende Lösung sieht die komplette Verlagerung des ZOB auf das frühere Gelände der Firma Reifen-Dinser und angrenzende Flächen am Dreieck Rheinstraße/Hauptstraße/Maria- und Georg- Dietrich-Straße vor. Die Alternative ist eine Zweiteilung mit dem Hauptelement im Norden und einer kleineren Dependence im Süden des Bahnhofsgebäudes.

Das Wettbewerbsverfahren wird eng mit dem Masterplan Verkehr für die Gesamtstadt verzahnt.

Während zum ZOB-Thema Einigkeit herrschte, sorgen andere Punkte noch für engagierte Diskussionen, etwa die Unionbrücke. Sie ist Teil der Ost-West-Achse und bringt den Auto-Durchgangsverkehr durch das Bahnhofsareal, der dort auf Fußgänger, Radfahrer und Linienbusse trifft – ein gordischer Wirrwarr und Jahrzehnte alter Dauerbrenner.

In puncto Straßenverkehr soll das Wettbewerbsverfahren deshalb auch weitgehend ergebnisoffen sein. Angeboten werden zwei diametral entgegengesetzte Varianten.

Die erste entspricht weitgehend der heutigen Situation. Danach wird der Autoverkehr in Ost-West-Richtung über die Straßburger Straße und in der Gegenrichtung über die Philipp-Reis-Straße geführt mit Querung der Union-Brücke. Diese Option trägt den Titel „Verbindung gewährleisten“.

Ganz anders die Option „Stadtraum flexibel gestalten“. Hier heißt es: „Der Kfz-Durchgangsverkehr wird anderweitig geführt.“ Lediglich der lokale Verkehr soll weiterhin ermöglicht werden für Nutzerinnen und Nutzer, die auch wirklich zum Bahnhof wollen.

Diese Lösung bevorzugt Ingo Eisenbeiß (Grüne). Weiterhin begrüßte er die Verlagerung des ZOB nach Norden. Nur so sei eine gute Entwicklung des Bahnhofsvorplatzes möglich.

Albert Glatt (CDU) verwies auf die zentrale Rolle der Unionbrücke. An eine Reduzierung des Verkehrs über das Bauwerk oder gar eine Sperrung sei nur dann zu denken, wenn es eine weitere Querung über die Bahngleise im Norden gebe.

Angi Morstadt (FWO) plädierte dafür, den Pfählerpark in die Überlegungen einzubeziehen. Er sei in jüngster Zeit wieder „Anziehungspunkt für lichtscheues Treiben“ geworden.

Julia Letsche (SPD) signalisierte „widerwillige Zustimmung“. Eigentliches Ziel müsse die autofreie Innenstadt bleiben. Sinnvoll wäre die Nordspange mit Ausbau der Kinzigstraße für den Durchgangsverkehr. „Wir brauchen mutige Lösungen und dürfen nicht am Klein-Klein festhalten“, appellierte sie.

Roland Müller (FDP) sprach sich dafür aus, ein größeres Areal als den unmittelbaren Bahnhofsbereich ins Auge zu fassen. „Der Bahnhof ist unsere Visitenkarte für Besucher und das Tor zur Welt für die Offenburger“, sagte er.

Taras Maygutiak (AfD) mahnte: „Über die Unionbrücke darf erst entschieden werden, wenn es die Nordquerung gibt.“

Florence Wetzel (Offenburger Liste) regte an, das Empfangsgebäude in die Überlegungen einzubeziehen und bedauerte, dass kein freier Zugang zum Gleis 1 vorgesehen sei.

Letzteres liegt jedoch nicht in der Hand der Stadt Offenburg: „Es wird von der Bahn kategorisch abgelehnt“, informierte Bürgermeister Martini. Der Pfählerpark werde aber auf jeden Fall in das Konzept einbezogen.

Der Wettbewerb soll im kommenden Jahr durchgeführt werden. Umbau und Neugestaltung des Bahnhofsbereichs sind für die Jahre 2025 bis 2027 angepeilt.