Weit mehr als ein Trostpflaster

- 06.11.2020 - 

Bürgerbeteiligung zur Ortsentwicklung von Bühl und Bohlsbach konstruktiv und ergebnisorientiert/Fortsetzung 2021

 

Die Bürgerbeteiligung zur Ortsentwicklung von Bühl und Bohlsbach ist in vollem Gange. Nach den ersten Workshops Mitte Oktober ziehen die städtischen Mitarbeitenden Verena Schickle und Leon Feuerlein positive Resonanz: „Die Arbeitsatmosphäre war konstruktiv und ergebnisorientiert“, so Schickle von der Stabsstelle Stadtentwicklung.

Die beiden Ortsvorsteher, Georg Schrempp von Bühl und Nicole Kränkel-Schwarz von Bohlsbach, werteten den Verlauf als „wichtig und gut“. Auch Stadtplaner Feuerlein ist mit dem Prozess zufrieden: „Es geht ja nicht darum, das Rad neu zu erfinden.“ Ziel sei hingegen, gemeinsam über vorliegende Themen zu diskutieren und zu schauen, was in welcher Zeit umsetzbar sei. Auslöser für die Bürgerbeteiligung war der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats über den Standort für das neue Großklinikum im Holderstock im vergangenen Jahr. Sowohl Bühl als auch Bohlsbach sind davon berührt.

Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses sollen in das städtebauliche Rahmenkonzept einfließen. Der Klinikneubau werde dabei von den Ortschaften durchaus auch positiv bewertet. „Die Beteiligung ist nicht als ein Trostpflaster zu verstehen“, erklärt Feuerlein.

In Bühl beteiligten sich 49 Einwohner/innen an den sechs Workshops, in Bohlsbach fanden sich 38 Interessierte ein und beschäftigten sich mit vier Themen. Es seien fast alle Altersgruppen vertreten gewesen, sagte Schickle. So haben sich in Bühl vorzugsweise junge Leute zwischen 25 und 35 mit der Baulandentwicklung befasst. Der Grundsatzbeschluss für ein Neubaugebiet steht, doch die Lage ist noch offen. Wegen der Kinzig im Westen und des Muhrbergs im Norden seien Süden und Osten prädestiniert, so Feuerlein. Was die Grünräume und Wegeverbindungen betrifft, wurde die Bedeutung von Erholungsraum zwar betont, aber auch immer wieder darauf hingewiesen, dass ausreichend landwirtschaftliche Fläche bestehen bleiben müsse.

Das frühere Pfarrhaus bei der Kirche soll umgenutzt werden – seniorengerechtes Wohnen war ein Vorschlag. Großes Thema ist der Durchgangsverkehr auf der B33. Das Lastwagenfahrverbot und die Geschwindigkeitskon-
trollen werden als nicht ausreichend bewertet. Vielfach wird Tempo 30 gewünscht, wobei dafür die Bundesstraße heruntergestuft werden müsste.

In Bohlsbach wird über die weitere Nutzung des alten Rathauses diskutiert – die Ortsverwaltung ist in der Bankfiliale gegenüber untergebracht. Gewünscht wird, Angebote an dieser Stelle zu bündeln. Das Baugebiet „In den Matten“ steht bereits fest. Jetzt stellt sich die Frage, wie gebaut werden soll, wo Grünflächen eingerichtet werden sollen etc. Wichtig für den Ort ist auch die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Ende des Jahres wird die Bewerbung abgegeben. Ortschaftsräte und Ortsvorsteherin erhoffen sich davon eine „aktivierende Wirkung“. Der Blick von außen könne nur guttun.

Insgesamt wertet Feuerlein die Bürgerbeteiligung zur Ortsentwicklung als ein „sinnvolles In-
strument, das andernorts fortgesetzt werden soll“.

 

Die nächsten Termine

 

Weitere Workshops finden am Dienstag, 23. Februar 2021, in Bühl und am Dienstag, 2. März, in Bohlsbach statt. Es erfolgen zeitnah detaillierte Einladungen und Bekanntmachungen.