Entwarnung: Algen auf Gifiz-See ungefährlich

- 08.11.2020 - 

Absperrungen werden wieder entfernt

Vorübergehende Algenblüte am Gifizsee: keine Gefahr für Mensch und Tier

Quelle: Foto: Feuerwehr Offenburg

Am Sonntag entdeckten Besucher des Gifizsees Algenteppiche und meldeten sie daraufhin der Polizei sowie der Feuerwehr. Die fraglichen Uferbereiche wurden daraufhin sicherheitshalber abgesperrt, weil nicht auszuschließen war, dass es sich bei den Algen um die gesundheitsschädlichen Cyanobakterien (Blaualgen) handelt.

Die Stadt Offenburg gab am Nachmittag als Vorsichtsmaßnahme eine Warnmeldung heraus. Nach Informationen vonseiten des Landratsamts Ortenaukreis, Amt für Wasserwirtschaft, wurde noch am Sonntag eine Überprüfung mittels Sichtkontrolle der Algen durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass es sich eindeutig um unschädliche Braunalgen handelte. Bei einer weiteren Überprüfung am Montagmorgen waren diese Algen nicht mehr auffindbar. Somit ist eine Absperrung nicht mehr nötig. Eine Gefahr für Mensch und Tier hat nicht bestanden.

Das Seewasser wird vom Gesundheitsamt und von den Technischen Betrieben Offenburg (TBO) jedes Jahr regelmäßig analytisch gemessen. Danach ist der Gifizsee hygienisch und chemisch-physikalisch einwandfrei.

Cyanobakterien (sogenannte Blaualgen) und andere Algen entstehen vor allem dann, wenn die im Tiefenwasser bzw. im Seeboden vorhandenen Phosphate bei Sauerstoffmangel bzw. totalem Fehlen von Sauerstoff (vor allem in den heißen Sommermonaten) mobilisiert werden und an die See-Oberfläche gelangen, wo sie unter anderem auch den Cyanobakterien als Nährstoff dienen. Allgemein treten Algen im natürlichen Rhythmus immer wieder einmal auf und bedeuten keine Gefahr. Schädlich können Cyanobakterien (Blaualgen) eventuell dann sein, wenn Sie während der Badesaison vermehrt auftreten und viele Badende den See zum Schwimmen nutzen.

Eine Algenblüte mit Cyanobakterien (Blaualgen) ist bisher erst einmal im Jahr 2003 aufgetreten. Damals und in den Folgejahren hatte die Stadt eine Tiefenwasserableitung und eine bis jetzt betriebene Mikroflotationsanlage zur Absaugung von Phosphat in Betrieb genommen. Die Anlage hat somit den Nährboden für Algen und für die Cyanobakterien erfolgreich entzogen. Die Anlage ist Ende Oktober winterfest gemacht worden und wird wieder im Frühsommer 2021 in Betrieb genommen.

Auskünfte erteilt Gerhard Schöler, Abteilung Grünflächen und Umweltschutz, unter Telefon 0781/82-2326.


 

Ursprüngliche Meldung von Sonntag, 8. November:

Die Feuerwehr ist am Sonntag, 8. November, gegen 12.30 Uhr von Passanten zu einer gemeldeten Gewässerverunreinigung in Teilen des Süd- und Ostufers des Gifiz-Sees alarmiert worden. Die see- und landseitige Kontrolle ergab insbesondere im Bereich des Tiergeheges einen stellenweise schleimig braun-, bzw. leicht bläulich schimmernden Film am Uferrand. Eine webgestützte Recherche sowie die Hinzuziehung der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes vor Ort ergab die Feststellung, dass es sich bei dem schleimigen Film um sowohl Braun- als auch Blaualgen handelt.

Der Kontakt mit Blaualgen kann beim Menschen zu Hautreizungen, Übelkeit und Erbrechen führen. Bei Tieren kann an eine Blaualgenvergiftung unter Umständen zum Tod führen. Die Stadt Offenburg hat die betroffene Uferzone umgehend absperren lassen, die Technischen Betriebe Offenburg sind zurzeit mit der Aufstellung von Warnschildern befasst. Das Betreten der südlichen und östlichen Uferzone hinter der Absperrung ist bis auf weiteres untersagt.