„Jedem zur Freud'“

- 12.11.2020 - 

Matthias Drescher über Fasent 2020/21 in Corona-Zeiten

 

Am 11.11. läuten die Narren traditionsgemäß die fünfte Jahreszeit ein. Die derzeit geltenden coronabedingten Abstandsregelungen und Beschränkungen stellen die Zünfte und Vereine jedoch vor Herausforderungen. Veranstaltungen können nicht wie bisher stattfinden oder müssen ganz abgesagt werden. Über die Auswirkungen auf die kommende Kampagne sprach die Redaktion mit Hitradio Ohr-Narrenreporter Matthias Drescher.

Herr Drescher, die Fasentkampagne 2020/21 wird definitiv nicht wie gewohnt ablaufen können. Wie sieht das konkret für Sie als Narrenreporter aus?

Matthias Drescher: Ich denke mal, sehr ruhig – eine Vielzahl der traditionellen Veranstaltungen wird nicht stattfinden können. Außerdem wurden die geplanten Jubiläen in der Region alle abgesagt. Gerade die sind es ja in erster Linie, über die wir bei Hitradio Ohr vor Ort berichten.

 

Was werden Sie als Narrenreporter besonders vermissen?

Drescher: Den Jubeltrubel und die Geselligkeit mit vielen gutgelaunten Narrenfreunden. Außerdem ist es jedes Jahr immer wieder interessant, von Ort zu Ort zu ziehen. Da sieht man, wie und was sich entwickelt hat. Oft bin ich ja in Gegenden unterwegs, wo ich unter dem Jahr sonst nicht hinkomme.

 

...Und was nicht?

Drescher: Die teilweise sehr langen und anstrengenden Arbeitstage. Als Narrenreporter ist man ja doch lange auf den Beinen und besonders in der Fasentwoche von Fasentzischdig bis Aschermittwoch sind sehr viele Termine an einem Tag. Das ist einerseits sehr abwechslungsreich, andererseits kann man nicht immer lange auf einer Veranstaltung verweilen.

 

Worauf freut man sich vor Beginn einer solchen Kampagne besonders?

Drescher: Auf all die Ideen, welche sich die Narren nun einfallen lassen, um unser närrisches Brauchtum corona-konform leben lassen zu können. Ich denke, wenn die Leute schon nicht zur Fasent kommen können, kommt die Fastnacht zu ihnen in den witzigsten Formen.

 

Sie wissen bereits mehr?

Drescher: Ich habe da von so manch einer Zunft schon Ansätze gehört, wie das laufen könnte. Allerdings darf ich da noch nichts verraten.

 

Abstand ist derzeit das Gebot der Stunde. Funktioniert Fasent so überhaupt?

Drescher: Das wird sehr schwer werden, weil doch die Fasent genau das Gegenteil von Abstand bezweckt. Man rückt an einem Tisch zusammen, damit alle einen Platz finden. Man freut sich, miteinander zu tanzen und zu feiern – gerade an der Fasent rücken Menschen zusammen, die sonst nie etwas miteinander zu tun hätten. All das wird mit großem Abstand dann doch ziemlich statisch.

 

Was ist Ihnen als Narrenreporter besonders wichtig, den Narren für die kommende Kampagne mit auf den Weg zu geben?

Drescher: Ganz wichtig ist, dass, egal, was gemacht wird, alles gemäß der geltenden Corona-Verordnungen abgehalten wird. Es wäre sehr bedauerlich, wenn die Fastnacht im kommenden Jahr zur Corona-Party mit entsprechenden (bösen) Folgen verkommen würde. Denn dann wäre das Motto der Fastnacht „Jedem zur Freud‘ und niemand zu Leid“ mehr als infrage gestellt.