Auf dem Weg zur Verwaltung 4.0

- 19.11.2020 - 

Neuer Studiengang „Digitales Verwaltungsmanagement“ an Hochschule Kehl gestartet/Exkursion zur Stadt Offenburg

 

Erstmalig zum Wintersemester 2020/21 ist der neue Studiengang „Digitales Verwaltungsmanagement“ gestartet. Er ist die Antwort der Hochschulen für öffentliche Verwaltung in Kehl und Ludwigsburg auf die Herausforderungen der Digitalisierung in den Kommunalverwaltungen. Eine Exkursion zur Stadt Offenburg fand coronabedingt online statt.

Nach einer Regelstudienzeit von sechs Semestern sollen die Absolventinnen und Absolventen in gehobenen oder führenden Positionen in unterschiedlichen Berufsfeldern des öffentlichen Dienstes die digitale Transformation vorantreiben. Hierfür werden sie im klassischen Verwaltungsrecht, aber auch in der Digitalisierung ausgebildet. Wenn sie künftig also an der Schnittstelle zwischen klassischer Verwaltung und der Digitalisierung sitzen, werden sie beim Transformationsprozess zur Verwaltung 4.0 eine zentrale Rolle spielen. Im Rahmen des Studienmoduls E-Government erhielten die Studierenden in den vergangenen Wochen theoretische Einführung in das Datenschutzrecht und die Herausforderungen der Digitalisierung.

Bei der Online-Exkursion gab der Datenschutzbeauftragte der Stadt Offenburg, Philipp Singler, einen Einblick in die praktische Umsetzung des Datenschutzes, insbesondere in das Datenschutzmanagement. Er erläuterte beispielsweise die Bildung einer
Arbeitsgemeinschaft (AG) Datenschutz. Dies soll ein einheitliches Datenschutzniveau schaffen: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der gesamten Verwaltung werden zu „kleinen“ Datenschutzkoordinatoren und -koordinatorinnen als Ansprechpartner/in für den jeweiligen Bereich vor Ort. Auch die Erstellung eines Datenschutzkonzeptes für die Gesamtstadt ist ein Ziel der AG.

Ein weiteres Element des Datenschutzmanagements ist ein Löschkonzept, welches aktuell von Studierenden der Hochschule Kehl und der Hochschule Offenburg in einem Praxissemester erarbeitet wird. Es schützt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung von Betroffenen, belegt, dass die verantwortliche Stelle ihre datenschutzrechtlichen Pflichten erfüllt und erstreckt sich sowohl auf „Dateien“, als auch auf „Papier“. Das Löschkonzept setzt bereits bei der Erhebung von personenbezogenen Daten an und umfasst Umsetzungsvorgaben und Dokumentationsstruktur.

Marc Müller-Stoffels, Fachbereichsleiter Digitalisierung und Informationstechnik, gab Einblicke in die Digitalisierungsstrategie der Stadt. Er erklärte, dass der Fachbereich die technische und kulturelle Transformation der Verwaltung im Zuge der Digitalisierung organisiert und strukturiert. Die Digitalisierungs- und Erneuerungsmaßnahmen sollten dabei bestmöglich in ein strategisches Konzept zur Digitalisierung und IT-Modernisierung passen. Außerdem werden Stakeholder in Digitalisierungsprojekten im öffentlichen Raum koordiniert.

Müller-Stoffels gab ebenfalls Ausblicke auf geplante Projekte wie beispielsweise Wissensmanagement und Prozessdigitalisierung oder die E-Akte. Letztere wird in der Praxis in einigen Abteilungen bereits geführt – diese Inseln der Digitalisierung gilt es nun stetig zu erweitern.