Weltkriegsbombe auf Messe-Baustelle entschärft

- 10.12.2020 - 

Etwa 200 Einsatzkräfte von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr und Polizei sowie Rotem Kreuz, THW und Energieversorger sind am frühen Mittwochmittag wegen eines Bombenfundes auf dem Messegelände in Offenburg aufgeboten worden.

 

Die kleine Sprühdose vor dem Bagger markiert den Fundort der Bombe. Das Bild entstand 15 Minuten vor der Entschärfung.

Quelle: Christian Falk

 

Der 250 Kilogramm schwere Sprengkörper amerikanischer Bauart wurde bei Bauarbeiten zur neuen Messehalle freigelegt – ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Wahrscheinlich beim Luftangriff auf Offenburg am 27. November 1944 von einem alliierten Bomber abgeworfen. Ziel war damals vermutlich die nahe Kinzigbrücke der Rheintalbahn.

 

Die Begutachtung des Blindgängers durch die hinzugezogenen Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg ergab, dass der Sprengkörper nicht transportfähig und noch immer mit einem Zünder versehen war.

 

Bis zum späten Nachmittag waren die erforderlichen Sicherungs- und Evakuierungsmaßnahmen innerhalb eines 300-Meter-Radius um die Bombe festgelegten Gefahrenbereichs abgeschlossen. Die Entschärfung ging schnell: Nach zehn Minuten hatten die Experten des Landes den Sprengkörper unschädlich gemacht.

 

120 gemeldete Personen zweier Hochhäuser sowie mehrere Mitarbeiter eines Verlagsgebäudes mussten ihre Wohnungen und Arbeitsstellen gegen 16 Uhr vorübergehend verlassen. Wer für die Dauer der Maßnahmen nicht bei Bekannten oder Freunden unterkommen konnte, hatte die Möglichkeit, sich in einer zur Verfügung gestellten Schulaula aufzuhalten. Eine pflegebedürftige Person wurde durch Kräfte des Rettungsdienstes in Sicherheit gebracht. Das Rote Kreuz betreute die Evakuierten in den bereitgestellten Räumen.

 

Ein Löschzug der Feuerwehr stand während Entschärfung vor Ort, musste jedoch glücklicherweise nicht eingesetzt werden. Auch der Schienenverkehr sowie die vielbefahrene Bundesstraße B3/33 mussten gesperrt werden, was jedoch aufgrund der geringen Entschärfungsdauer nur zu geringen Verzögerungen führte. Gegen 17.30 Uhr konnten die Bombenexperten dann Entwarnung geben. Der Sprengkörper war unbeschädigt von seinem Zünder getrennt und somit transportfähig gemacht worden.