Wozu die Stadtgemeinschaft fähig ist

- 11.12.2020 - 

Neujahrskampagne „Offenburg l(i)ebt dich“: Im Gespräch mit Projektleiter Tobias Uhrich

 

In einer Pressekonferenz hat Oberbürgermeister Marco Steffens am 2. Dezember die neue Imagekampagne der Stadt „Offenburg l(i)ebt dich” vorgestellt. Mit dabei war auch sein Büroleiter Tobias Uhrich, der das Projekt geleitet hat und im Interview darüber berichtet.

Herr Uhrich, das Projekt der Imagekampagne der Stadt zu leiten, gehört in der Regel weniger zu den Aufgaben eines OB-Büroleiters. Wie kam es dazu?

Tobias Uhrich: Im Sommer saßen wir mit unserem Oberbürgermeister Marco Steffens zusammen und haben darüber beraten, wie im kommenden Jahr der Neujahrsempfang aussehen könnte. Im Rahmenkalender der Stadt und insbesondere auch des Oberbürgermeisters ist das eine sehr wichtige Veranstaltung. Wir waren uns schnell einig, dass wir einen Film produzieren würden. Beim traditionellen Neujahrsempfang laufen die Fäden der Planung im Büro des Oberbürgermeisters zusammen. Das war hier nicht anders, wodurch das Projektmanagement logischerweise auch bei mir lag.

Nun entsteht aber kein Film, der nur eine Rede ersetzen soll. Wen zeigen Sie stattdessen?
Uhrich: Uns war es wichtig, ein Projekt umzusetzen, das viele Menschen verbindet. Deshalb stand auch von Beginn an über unserer Idee der Leitbegriff Stadtgemeinschaft. Wir wollten Menschen in den Fokus nehmen, die etwas für Offenburg machen, ohne dabei ständig im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Wir zeigen Menschen, die mit Leidenschaft etwas für die Gemeinschaft tun und dabei andere inspirieren. Das ist unsere Möglichkeit, den Menschen unserer Stadt danke zu sagen für ein auf vielen Ebenen herausforderndes Jahr 2020. Zu diesen Menschen gehören insbesondere auch die Mitarbeiter der Stadt, die sich flexibel und kreativ immer wieder auf neue Herausforderungen eingestellt haben.

18 verschiedene Clips sind bei den Dreharbeiten entstanden, die nun zu einem großen Ganzen geformt werden. Welcher Dreh hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?
Uhrich: So sehr ich es bedaure, ich selbst konnte bei keinem der Drehs vor Ort sein. Als Projektleiter war meine Aufgabe eine andere, auch wenn ich sehr gerne bei jedem einzelnen Dreh dabei gewesen wäre. Um die Betreuung der Drehs haben sich Kollegen aus Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit ausgezeichnet gekümmert. Überhaupt war die Zusammenarbeit mit den Abteilungen und den externen Dienstleistern ausgesprochen gut.

Statt nur einen Ersatz für den Neujahrsempfang zu produzieren, ist eine Imagekampagne für Offenburg entstanden. Ist das Projekt gewachsen?
Uhrich: Das ist es tatsächlich. Unsere ursprünglichen Überlegungen bezogen sich nur auf den Neujahrsempfang und wie wir damit umgehen könnten. Die Filmidee und dabei auch der Gedanke, den Film in unterschiedlichen Clips anzulegen, gab uns die Möglichkeit, größer, langfristiger und nachhaltiger zu denken. Die einzelnen Clips sprechen unterschiedliche Themen an. Im Laufe des Jahres werden wir sie immer wieder sehen, wenn es passt, sie thematisch einzubinden. Beispielsweise dreht sich ein Clip um das Thema Klimaschutz, ein anderer um das Thema Integration. Da werden wir die richtigen Momente finden, um sie in unsere Kommunikation aufzunehmen.

Im Film werden 39 Hauptprotagonisten zu sehen sein. Wie haben Sie die Auswahl getroffen?
Uhrich: In einem Film über Offenburg will man am liebsten alle Offenburgerinnen und Offenburger zeigen. Ganz so umfangreich sollte der Film aber nicht werden. Und so mussten wir Entscheidungen treffen. Bei der einen oder anderen hat uns das Herz geblutet. Ich bin aber sicher, dass wir die richtige Auswahl getroffen haben, um ein stimmiges Bild zu erzeugen.

Wie gehen Sie denn mit der Kritik um, dass Film und Kampagne in der gegenwärtigen Zeit mit der Pandemie und den Herausforderungen zu umfangreich seien?
Uhrich: Gerade in dieser Zeit ist die Kampagne und der Film ein wichtiges Signal der Stadt an die Offenburgerinnen und Offenburger. Es geht darum, Mut zu machen, Freude zu verbreiten und zu zeigen, wozu wir mit unserer Stadtgemeinschaft in der Lage sind.

Von allen Seiten ist zu hören, wie rund das Projekt gelaufen ist. Meistens hat das mit der Projektleitung zu tun. Haben Sie sich schon selbst auf die Schulter geklopft?
Uhrich: Es stimmt, dass das Projekt ausgesprochen gut gelaufen ist. Aber man kann als Projektleiter noch so viel richtig machen. Wenn das Team nicht funktioniert, hilft alles nichts. Ich hatte das Glück, mit einem großartigen Team aus Kolleginnen und Kollegen des Stadtmarketing, der Öffentlichkeitsarbeit, meinem eigenen Büro und externen Dienstleistern zusammenarbeiten zu dürfen. Da hat alles ausgesprochen gut geklappt. Das macht es leichter, ein Projekt erfolgreich zu leiten.