Rund um den digitalen Bereich

- 11.12.2020 - 

Seniorenwerkstatt erweitert ihr Angebot/Künftig sollen auch Probleme mit Computer und Handy beseitigt werden

 

Die Seniorenwerkstatt erweitert ihr Angebot: Ab 1. Januar 2021 kümmert sich Horst Saladin auch um den digitalen Bereich. Der frühere Elektroingenieur mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik beseitigt Probleme im Umgang mit Computer, Drucker, Scanner und Handy.

Dabei gehe es nicht darum, Geräte zu reparieren, betont der 68-Jährige, der schon lange tatkräftig in der Seniorenwerkstatt mitarbeitet. Vielmehr will er vor Ort sein, wenn ein E-Mail-Account eingerichtet, eine neue App installiert werden soll oder der neue Drucker nicht auf die Computerbefehle reagiert. Anfragen habe es schon immer gegeben, blickt Saladin zurück und denkt vor allem an die Umstellung der Fernseher von analog auf digital. Da war er rund 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich im Einsatz. Jetzt wird das Angebot „hochoffiziell“, wie Angela Perlet unterstreicht. Die Leiterin des Seniorenbüros freut sich über die Erweiterung und hebt ganz allgemein ihr Credo hervor: „Wenn jemand zu uns kommt, werden wir eine Lösung finden.“

Wobei sich das Angebot der Seniorenwerkstatt gezielt an Menschen richtet, die den dritten Lebensabschnitt erreicht haben. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Einrichtung keine Handwerkerleistungen anbietet und somit nicht in Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern tritt. Der Einsatz ist zeitlich begrenzt. Die ehrenamtlich Tätigen leisten keine Fachberatung und sind kein Ersatz für professionelle Handwerksbetriebe.
Seit rund acht Jahren leitet Roland Balz die Werkstatt. Die Hilfeersuche gehen im Seniorenbüro ein und werden an den Projektleiter weitergeleitet. Er koordiniert die Einsätze mit seinem Team. Ein Termin wird vereinbart, dann kommt der Helfer nach Hause in die Wohnung und behebt den kleinen Schaden. Für jeden Einsatz wird eine Kostenpauschale in Höhe von acht Euro berechnet, hinzu kommt das notwendige Material. Häufig sind es alleinstehende Frauen, die das Angebot nutzen. Auch der soziale Aspekt spielt eine Rolle: Es ergeben sich Gespräche, man sitzt noch zusammen und trinkt eine Tasse Tee. Klar: In Corona-Zeiten haben die Hygieneregeln Priorität, auf deren Einhaltung streng geachtet wird. „Das ist uns sehr wichtig“, betont Saladin. Klar ist auch: Sollte der Lockdown verschärft werden, muss das Angebot vorübergehend eingestellt werden.
Die Seniorenwerkstatt richtet sich ausschließlich an Anfragen aus Offenburg und den Ortsteilen. Die „Senioren mit handwerklichem Geschick“ (Balz) wechseln Dichtungen an einem tropfenden Wasserhahn aus, reinigen verstopfte Küchenabflüsse, ziehen lose Schrauben nach, richten Schränke und Türen, leimen auseinanderfallende Schubladen, hängen Bilderrahmen auf, entlüften Heizkörper und schrauben Regale an. Zur Mannschaft (Frauen sind willkommen, haben sich bislang aber noch nicht gemeldet) gehören ein früherer Gastronom und ein Kämmerer. Einen Installateur für Wasser und Abwasser würde Balz gerne in seinem Team haben: „Das wäre mir lieb.“ Ansonsten sind die Praktiker mit allen Wassern gewaschen.
Kontakt zur Seniorenwerkstatt: Telefon 07 81/82-22 22.