Neue Ehrenamtliche braucht die Stadt

- 03.03.2020 - 

Gesucht werden Bürgerinnen und Bürger, die neu angekommene Menschen begleiten und ihnen beim Zurechtfinden im Neuland zur Seite stehen. Auf der Internetseite Offenburg-hilft.de können sich Interessierte jederzeit melden.

Quelle: Stadt Offenburg

 

Ein achtjähriger Junge aus Afghanistan bräuchte Hilfe bei den Hausaufgaben. Eine Familie aus Eritrea hätte gerne mit Einheimischen Kontakt, um sich auszutauschen. Ein junger Mann aus Liberia sucht eine motivierte Person, die ihn beim Lernen für die theoretische Führerscheinprüfung unterstützt: Mit diesen Anliegen wenden sich geflüchtete Menschen an die Internetseite und hoffen auf Rückmeldung. Daneben können sich Jugendliche und Erwachsene melden, die sich ehrenamtlich einbringen möchten – sei es beim Erlernen der deutschen Sprache, sei es beim Verfassen von Bewerbungen für die Wohnungssuche. „Das Spektrum ist groß“, weiß die städtische Flüchtlingsbeauftragte Noemi Driemel, die den Erstkontakt mit den potenziellen Helfer/innen herstellt und zu einem Informationsgespräch ins Salzhaus einlädt. Entweder vermittelt sie an gut organisierte Initiativen wie die Flüchtlingshilfe Rebland oder stellt direkt Verbindung mit den Geflüchteten her. Die Ehrenamtlichen entscheiden, wie viel Zeit sie investieren und in welchem Bereich sie tätig sein möchten.

Die engagierten Bürger/innen sind in Offenburg eine wichtige Stütze, blickt Regina Wolf zurück. Die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte betont, dass schon vieles gelungen sei: Es wurden Wohnungen gefunden, die Deutschkenntnisse verbessert, Behördengänge gemeistert. Driemel   ergänzt: „Durch die persönliche Ebene bekommen die Geflüchteten ein neues Anerkennungsgefühl.“ Zwar erhalten die ehrenamtlich Tätigen kein Geld, dennoch kommt viel zurück. Es sei ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten, betonen die Expertinnen.  Als Zeichen der Wertschätzung lädt die Stadt Offenburg jedes Jahr zu einem Ehrenamtsfest ein.

Derzeit leben rund 700 geflüchtete Menschen in Wohnungen, entweder in den Gemeinschaftsunterkünften oder in privaten Wohnungen. In den beiden Runden Tischen „Ehrenamt“ und „Flüchtlinge“ ist von verschiedenen Institutionen zur Sprache gekommen, dass neue Ehrenamtliche gesucht werden, da bereits Engagierte oft viel zu tun haben und keine zeitlichen Kapazitäten besitzen, um neu angekommene Menschen zu begleiten. Bei vielen Aufgaben wie Anmeldung im Kindergarten oder Sprachkurs gibt es Regeldienste und Anlaufstellen (Migrationsberatung, Integrationsmanagement, Sozialdienst am Landratsamt), die den Menschen helfen.

Flüchtlingsbeauftragte Noemi Driemel ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr im Salzhaus, Raum 321, erreichbar. Telefon: 0781/82-2420, E-Mail: noemi.driemel@offenburg.de. Internet: www.offenburg-hilft.de.