lg, og #6: Chancen für Stegermatt

- 11.03.2020 - 

Offenburg bewirbt sich um die Landesgartenschau. Die Bewerbungsunterlagen sind eingereicht, die Vorbereitungen für den Besuch der Jury im Frühjahr sind in vollem Gang. Zeit also, noch einmal genauer hinzusehen, welche Chancen eine Landesgartenschau in Offenburg für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger bietet.

Quelle: Stadt Offenburg


Heute beschäftigen wir uns mit den Chancen für den Stadtteil Stegermatt. Dazu waren wir im Gespräch mit Simone Krippl-Ketter, der Leiterin des Stadtteil- und Familienzentrums (SFZ) Stegermatt.

 

Quelle: Stadt Offenburg

Frau Krippl-Ketter, Sie sind seit August 2019 die neue Leiterin des SFZ Stegermatt. Wie soll sich Stegermatt aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren entwickeln?

 

Simone Krippl-Ketter: Stegermatt ist für mich ein liebenswerter Stadtteil, in dem ich bereits seit 2002 arbeite. Seit August 2019 bin ich die neue Leiterin des SFZ Stegermatt und damit die Nachfolgerin des langjährigen SFZ-Leiters Joachim Riffel. Die Fortschritte der zurückliegenden Jahrzehnte sind unverkennbar. In Stegermatt hat sich sowohl baulich als auch sozial sehr viel entwickelt und auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird sich der Stadtteil kontinuierlich weiterentwickeln. Aktuell gibt es zwei große Bauprojekte, die gerade geplant und umgesetzt werden. Zum einen das Projekt iiWohnen, das künftig unter anderem Senior*innen die Möglichkeit geben wird, in einer betreuten Wohnform im Stadtteil leben zu bleiben. Zum anderen die Erweiterung der Kindertagesstätte um weitere Gruppen für Kinder unter drei Jahren.

 

Wie fügt sich da die Landesgartenschaubewerbung ein?

 

Simone Krippl-Ketter: Die Bewerbung um die Landesgartenschau fügt sich hier perfekt ein. Denn sie setzt aus meiner Sicht klare Impulse für die Zukunft und zwar über den Ausstellungszeitraum hinaus. Stegermatt liegt mittendrin im geplanten Gebiet: Die Parkanlage Räderbachinsel integriert Flächen Stegermatts und wird sie über den Räderbach und Mühlbach besser mit der Kinzig verbinden. Und auch über diese Flächen hinaus wirkt die Landesgartenschau in den gesamten Stadtteil hinein und unterstützt die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Stadtteils.

 

Sie haben es gerade schon erwähnt: Sowohl der Stadtteil Stegermatt als auch besonders das SFZ liegen im Herzen des geplanten Landesgartenschaugeländes. Welche Chancen ergeben sich durch die Landesgartenschau konkret für das SFZ?

 

Simone Krippl-Ketter: In jeder neuen Entwicklung liegen Chancen. Besonders charmant finde ich, dass der Stadtteil und das SFZ Stegermatt Teil der Ausstellung werden und Stegermatt dadurch einen neuen Auftritt in der Öffentlichkeit erfährt. Fußläufig zur Räderbachinsel ist im Zuge der Landesgartenschau zum Beispiel eine neue Veranstaltungshalle geplant. Während der Ausstellung wird hier die Blumenhalle sein, danach steht sie jedoch dem Stadtteil langfristig als Ort für Konzerte oder andere Events zur Verfügung. Zudem wird die Pfählervilla, in der sich das SFZ derzeit befindet, aufgewertet und wir erhalten somit neue, modernere Räumlichkeiten für unsere Arbeit. Das ist natürlich für uns Mitarbeitende schön, aber vor allem auch für die Bewohner*innen des Stadtteils, die uns besuchen und sich bei uns aufhalten.

Wie stehen die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils zur Bewerbung?

 

Simone Krippl-Ketter: Ich kann natürlich nicht für alle Bewohner*innen der Stegermatt sprechen. Es gibt sowohl Fürsprecher als auch Kritiker. Gerade deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, auch den weiteren Entwicklungsprozess transparent zu gestalten und die Bewohner*innen weiterhin mit passgenauen Beteiligungsformen mitzunehmen. Die Befürchtungen und Bedenken der Bewohner*innen müssen ernst genommen und bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig ist mein Rat an alle Bewohner*innen der Stegermatt: Infomieren Sie sich, beteiligen Sie sich, sprechen Sie mit und entwickeln Sie so gemeinsam die Zukunft Ihres Stadtteils!

 

Was ist aus Ihrer Sicht für Stegermatt die größte Chance der Landesgartenschau?

 

Simone Krippl-Ketter: Die größte Chance ist für mich der nachhaltige Gewinn, also all das, was nach der Ausstellung bleiben wird. Und das wird einiges sein: Stegermatt wird insgesamt positiv aufgewertet, es entstehen neue Orte der Begegnung und des Miteinanders und auch städtebaulich wird sich in Stegermatt vieles entwickeln, das dem Stadtteil langfristig erhalten bleibt. Stegermatt ist ein besonderer Stadtteil, der es verdient hat, sich zu präsentieren, und das mit all seinen schönen Seiten, Ecken und Kanten. Das ist während der Landesgartenschau möglich und zahlreiche Menschen lernen so die Stegermatt von einer neuen Seite kennen. Darauf freue ich mich!

 

 

[Statement Joachim Riffel, langjähriger Leiter des SFZ Stegermatt]

Quelle: privat

Ich freue mich, dass Offenburg sich um die Landesgartenschau 2034 bewirbt, und hoffe sehr auf einen Zuschlag. Zum einen kann die Stegermatt von solch einem Zukunftsprojekt enorm und dauerhaft profitieren: Mit ihrer Nähe zur Kinzig, dem sehr alten Baumbestand und den vielen unbebauten Grünflächen ist die Stegermatt optimal als Herzstück der Landesgartenschau geeignet. Auch eine bessere Verbindung über die Kinzig hinweg wäre ein Gewinn. Zum anderen ist die Vorstellung einer renaturierten Kinzig mit Flussterrassen zum Flanieren auf beiden Seiten, Sitzgelegenheiten und einem Steg zu einem Schwimmdeck einfach wunderbar. Daher von mir ein klares „Ja!“ zur Landesgartenschau in Offenburg!

 

 

In der nächsten Folge kommen weitere Unterstützer*innen zu Wort und wir gehen der Frage nach, wie die Ortschaften von einer Landesgartenschau profitieren werden.