Mehr Bedarf

- 16.10.2020 - 

Der Pflegestützpunkt Ortenaukreis wird aufgestockt

 

Der Pflegestützpunkt Ortenaukreis mit seiner Zentrale in Offenburg hat zum 1. Oktober Verstärkung bekommen. Die Sozialpädagogin Fabienne Steiner (39) übernimmt mit einer 60-Prozent-Stelle die Beratungstätigkeit des Pflegestützpunkts und der angegliederten Demenzagentur. Wir haben mit Fabienne Steiner gesprochen.

Frau Steiner, der Pflegestützpunkt Offenburg verfügt über eine volle Stelle. Mit Ihrer Tätigkeit wird aufgestockt. Ist der Bedarf gestiegen?

Fabienne Steiner: Auf jeden Fall. Zum einen werden die Menschen älter, und zum anderen hat sich herumgesprochen, dass wir in vielen Situationen rund um die Pflege helfen können. Wir beraten unter anderem zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, in Fragen des Schwerbehindertenausweises und rund um die Pflegeversicherung. Bei den Anträgen für die Pflegeversicherung ist vieles zu beachten, da muss man genau hinschauen. Da gibt es zum Beispiel die Sachleistungen, die Verhinderungspflege und den Entlastungsbetrag, um nur einige zu nennen. Da können wir beraten, damit die Klienten auch das ausschöpfen können, was ihnen zusteht. Andererseits müssen wir auch vermitteln, dass die Pflegeversicherung keine Vollkaskoversicherung ist.

 

Gibt es zu dem gestiegenen Bedarf Zahlen?

Steiner: Im Jahr 2012 wurden 630 Beratungsgespräche geführt, 2019 waren es schon 1700 Gespräche. Das ist mit einer Person nicht mehr zu leisten. Wir denken, dass durch Mund-zu-Mund-Propaganda die Akzeptanz des Pflegestützpunkts stark gestiegen ist. Wobei noch zu berücksichtigen ist, dass wir auch für pflegebedürftige Kinder und junge Erwachsene sowie deren Familien da sind. Außerdem ist bei uns die Demenzagentur der Alzheimer Initiative Offenburg angesiedelt.

 

Wie kann die Agentur Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen helfen?

Steiner: Es ist für die Angehörigen wichtig zu erleben, dass sie mit ihrer Aufgabe nicht allein sind. Es gibt jährlich eine Schulungsreihe von fünf bis sechs Abenden für pflegende Angehörige, diese Veranstaltungen sind immer total gut besucht. Wir geben auch viele weiterführende Informationen, die den Angehörigen in ihrem Alltag helfen.

 

Wie haben sich hinsichtlich der Veranstaltungen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgewirkt?

Steiner: Ich bin ja erst seit Anfang dieses Monats hier, aber ich habe schon mit meiner Kollegin Kerstin Niermann darüber gesprochen, wie schwierig diese Zeit für die Heimbewohner war, die keinen Besuch empfangen durften. Die Heime haben versucht das aufzufangen, aber es war sehr hart, dass Angehörige nicht kommen durften. Wir haben in dieser Zeit telefonisch beraten können. Wie das in Zukunft sein wird und welche Auswirkungen das auf Veranstaltungen hat, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Auf jeden Fall bieten wir zweimal die Woche eine telefonische Sprechstunde an, Montag Nachmittag und Donnerstag Vormittag.

 

Was hat Sie dazu bewogen, nach acht Jahren wieder bei der Stadt Offenburg tätig zu werden?

Steiner: Ich freue mich, hier im Pflegestützpunkt wieder gemeinsam mit meiner Kollegin Kerstin Niermann beraten zu können. Es ist einfach schön, den ratsuchenden Menschen helfen zu können. Es ist ein befriedigendes Gefühl.

Telefon: 0781/82-2593 und -2337.