Gewalt im Namen der Ehre

- 16.10.2020 - 

Theaterprojekt in der 9. Klasse der Sommerfeldschule auf Initiative von Schulsozialarbeiterin Cornelia Hartmann

 

Einen besonderen Schultag erlebte die 9. Klasse der Sommerfeldschule in Windschläg/Weier Mitte Oktober: Dank der Initiative von Schulsozialarbeiterin Cornelia Hartmann gastierte das Theaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ in der Schule. Es ging um das  Thema „Gewalt im Namen der Ehre“, das interaktiv diskutiert wurde.

Das Projekt ist eine Kooperation der Frauenrechtsorganisation Terre des femmes e.V., der Beratungsstelle Yasemin und der mobilen Theaterbühne „Mensch: Theater!“ und wird vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich schon während des Stücks mit dem Thema „Gewalt im Namen der Ehre“ auseinander und vertieften das Gesehene anschließend in theaterpädagogischen Workshops.

Verschiedene Konfliktsituationen aus dem Alltag von Jugendlichen, die mit dem Thema Gewalt im Namen der Ehre zu tun hatten, wurden dabei aufgegriffen. Die unterschiedlichen Szenen – Ächtung von Homosexualität, Einschränkung durch traditionelles Rollenverständnis, Jungfräulichkeit und Zwangsverheiratung – wurden vom Ensemble kurz gespielt und danach direkt mit den Jugendlichen besprochen. So konnten sie in das Geschehen eingreifen und Handlungsvorschläge machen, wie eine Situation entschärft oder zu einem anderen Ende kommen könnte.

„Mir hat alles gefallen und es hat Spaß gemacht!“, meinte ein Schüler anschließend. „Ich habe mich sicher gefühlt“, äußerte sich eine Schülerin: „Es hat mir gefallen, dass wir offen reden konnten“.

Mitarbeiterinnen von Terre des femmes e.V. und der Beratungsstelle Yasemin boten den Jugendlichen mit den Gesprächen und Flyern die Möglichkeit, sich über Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten für Betroffene von Gewalt im Namen der Ehre zu informieren. Sie diskutierten außerdem mit den Schülerinnen und Schülern über Traditionen, Menschenrechte und das Recht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Lehrkräfte und Schulsozialarbeit erhielten weiteres Begleit- und Informationsmaterial, das eine Mitarbeiterin der Frauenrechtsorganisation in einem Informationsgespräch erläuterte. Das Theaterprojekt wird bis Ende 2020 an insgesamt zwanzig Schulen in ganz Baden-Württemberg aufgeführt.