Ein solides Fundament

- 08.12.2020 - 

DIE PARTNERSCHAFTEN DER ORTSCHAFTEN (II): Zunsweier ist mit Chevrières freundschaftlich verbunden 

 

Eigentlich hätten die Ortschaft Zunsweier und die Gemeinde Chevrières, Department Oise, in diesem Jahr 35 Jahre Freundschaft feiern können. Doch wie so vieles, müssen auch diese Feierlichkeiten auf nächstes Jahr verschoben werden. 1985 vom damaligen Ortsvorsteher Lothar Santo ins Leben gerufen, hat es in den ganzen Jahren stets einen lebendigen Austausch gegeben, berichtet Ortsvorsteherin Monika Berger.

Seit Sommer 2019 im Amt, sei sie leider noch nicht in Chevrières gewesen, denn auch die geplante Begegnung im Mai 2020 in Chevrières musste wegen der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 verschoben werden. „Ich finde es schade“, bedauert Berger. Allerdings halte man Kontakt per E-Mail und am Telefon, denn eine so bewährte Freundschaft werde gewiss auch in schwierigen Zeiten weiter bestehen.

Über die Jahre hinweg gab es einen regen Austauch der Bürgerinnen und Bürger beider Ortschaften, dazu gehörten die Vereine und die Schulen. Auch ihre eigenen nun erwachsenen Kinder hätten im Grundschulalter am Begegnungsprogramm mit dem französischen Nachbarn teilgenommen, berichtet Berger. Im Oktober diesen Jahres hätten Kinder aus Frankreich nach Zunsweier kommen sollen, nun ist der Austausch für 2021 geplant. Es sei wichtig, früh zu beginnen, um Sprachbarrieren abbauen zu können, ist die Ortsvorsteherin überzeugt.

Da nun die Begegnungen ins Stocken geraten seien, müsse man versuchen, die Freundschaft aufrecht zu erhalten, die vor mehr als drei Jahrzehnten begann. Seit Mai diesen Jahres gebe es mit Donatien Pinon auch einen neuen Bürgermeister in Chevrières, sie freue sich darauf, den Amtskollegen kennen zu lernen. Auf beiden Seiten wurde zur Unterstützung der politischen Vertreter beider Orte jeweils ein Partnerschaftskomitee gegründet, seit 2010 hat dieses Amt auf deutscher Seite Renate Tesmer inne, in Chevrières hat Marie-Danièle Cadot 2019 diese Aufgabe übernommen.

Groß gefeiert wurde 2015 das 30-jährige Bestehen und im vergangenen Jahr, als die Jumelage auf 34 Jahre zurückblicken konnte. Dem damaligen Ortsvorsteher Karl Siefert wurde bei diesen Feierlichkeiten die Ehrenmedaille von Chevrières übergeben. Als wichtiger Punkt der Beziehungen hat sich über die Jahre hinweg erwiesen, dass die Kinder einbezogen wurden, dadurch haben auch Familien Freundschaft schließen können. Ebenso wichtig waren und sind die Begegnungen zwischen den Mitgliedern verschiedener Vereine: Gemeinsam feiern, bei Vereinsfesten  gemeinsam am Tisch sitzen oder auch musikalische Austausche und gemeinsame Gottesdienste, das alles sind Bausteine einer Freundschaft, die auf einem soliden Fundament ruht.

Die Anfänge der Freundschaft zwischen Zunsweier und Chevrières, rund 60 Kilometer nördlich von Paris gelegen, liegen in den Jahren 1982/83. Bei gegenseitigen Besuchen lernte man sich kennen, im Mai 1985 wurde dann die Jumelage formell beschlossen. In zwei Festakten, zunächst 1985 in Zunsweier und dann im folgenden Jahr in Chevrières, wurde die Freundschaft urkundlich besiegelt. Der damalige Bürgermeister Roger Rigaut zeichnete auf französischer Seite, für Zunsweier unterzeichnete Lothar Santo die Urkunden. Auch die Kirchengemeinde St. Sixtus mit dem damaligen Zunsweierer Pfarrer Herbert Ebersold und der seinerzeit amtierende Pfarrer Roger Puissant gründeten eine kirchliche Partnerschaft.