Wissensdurst

- 11.12.2020 - 

Willi Wunsch erhält Verdienstmedaille des Städtetags

 

Die Ehrenordnung des Städtetags regelt, dass ehrenamtliche Mitglieder der Ortschaftsräte für langjährige, verdienstvolle Tätigkeit geehrt werden. Für seine 40-jährige Tätigkeit im Ortschaftsrat Zell-Weierbach erhält Willi Wunsch das Verdienstabzeichen in Gold mit Lorbeerkranz und eine Ehrenurkunde. Wir sprachen mit ihm über sein politisches Engagement.

Herr Wunsch, Sie sind seit 40 Jahren Ortschaftsrat in Zell-Weierbach. Das ist eine beachtlich lange Zeit. Woran erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Willi Wunsch: Zum Glück erlebte ich viele Highlights. Unvergessen sind zu Beginn unter anderem die Flurbereinigung Riedle II, das Dorfentwicklungsprogramm oder die 750-Jahr-Feier. Nicht zu vergessen sind der Aufbau des Schulmuseums, das Baugebiet Lerchenberg und der Neubau der Schulturnhalle. Auch die Übergabe des ehemaligen kirchlichen Friedhofes an die Stadtverwaltung fällt mir hierzu ein.

 

Warum haben Sie damals für den Ortschaftsrat kandidiert?
Wunsch:
In den 70er Jahren war ich stark in der Jugendarbeit sowie in verschiedenen Zell-Weierbacher Vereinen engagiert. Mir war bewusst, dass ich als Mitglied im Gremium mehr erreichen kann. Zur Kommunalwahl 1980 bot man mir einen Platz auf der Liste der CDU an. Seither haben mir die Bürgerinnen und Bürger ununterbrochen ihr Vertrauen gegeben. Mit Klaus Basler hatten wir damals einen jungen Ortsvorsteher, den ich gerne unterstützte.

Seit 2004 sind Sie auch Ortsvorsteher Zell-Weierbachs. Welche Meilensteine gibt es hier?
Wunsch:
Gemeinsam mit dem Ortschaftsrat wurde die Weiterentwicklung der Ortschaft forciert. Insbesondere die Infrastruktur lag mir am Herzen. Viele Straßen wurden inklusive der Versorgungsleitungen saniert. Kritische Verkehrspunkte wurden entschärft und Fußgängerüberwege angelegt sowie Tempo-30-Zonen eingerichtet. Das Baugebiet Lerchenbergweg wurde zügig weiterentwickelt. Die Schulturnhalle wurde anstatt saniert als neue 3-fach-Turnhalle gebaut. Die Grund-und Hauptschule wurde in Weingartenschule umbenannt und im Zuge der umfangreichen Sanierung mit einer Mensa ausgestattet. Das Naherholungsgebiet Wolfsgrube wurde ausgebaut, das Schulmuseum erweitert. Weitere Meilensteine waren der Einsatz für die Realschule sowie den Bau eines gemeinsamen Reblandfeuerwehrhauses in Zell-Weierbach. Auch im Interesse der Forstwirtschaft wurde das Waldgebiet im Bereich Bühlstein mit einem Forstweg erschlossen. Seit der Eingliederung in die Stadt Offenburg zum 1.1.1971 hat sich Zell-Weierbach auch als Winzerdorf wesentlich zum Vorteil seiner Einwohner entwickelt

 

Sie sind seit 1988 auch Stadtrat. Wie bekommen Sie all diese politischen Ämter unter einen Hut?
Wunsch
: Ich rückte für den langjährigen Stadtrat Wilhelm Geiler nach. Für mich war es ein Vorteil, wenn man die Informationen, die man als Stadtrat bekommt, auch als Ortschaftsrat für den Ort nutzen kann. Vieles läuft dann parallel – und erfolgreich. Die vielen Termine sind zwar belastend, aber der Wissensdurst und der Wille, sinnvolle Entscheidungen zu treffen, überwiegt. Durch die Mitgliedschaft im Ortschaftsrat habe ich auch nie den Kontakt zu den Einwohnern und Vereinen verloren.