Alfred Kerr. Ein Deutscher im Exil

Fr I 16. März 2018 I 19.00 Uhr I Volkshochschule
Lesung und Gespräch

Alfred Kerr war der einflussreichste Theaterkritiker Deutschlands im 20. Jahrhundert. Er rühmte Henrik Ibsen, kämpfte für Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler, Frank Wedekind, George Bernard Shaw, entdeckte Robert Musil, kämpfte mit Bertolt Brecht, versottete Karl Kraus und setzte gegen Thomas Manns endlose Sätze seine knappen, treffenden Sentenzen. Er war um 1910 verehrt von den jungen Dichtern, kämpfte in der Republik gegen Rückwärtserei und die Nazis. Goebbels hasste ihn so sehr, dass Kerr sich 1933 ins Exil retten musste. Die Jahre in Paris und London waren ein Sturz in Not und Elend.

Deborah Vietor-Engländer rückt diesen Streiter, der aus Lessings Geist lebte und mit dem Sprachwitz Heinrich Heines schrieb, wieder nah. Sie zeigt, welche Höhe dieser lebensdurstige Mensch erreichte und wie schwer die Jahre im englischen Exil waren. Darüber schrieb seine Tochter später das berühmte Jugendbuch „Wie Hitler das rosa Kaninchen stahl“.

  

 





Quelle: Alfred Kerr, Vietor-Engländer

Dr. Donatella Chiancone Schneider (*1974) hat in Venedig, Köln und Bonn Neuere Kunstgeschichte, Filmwissenschaft und Italienische Literaturwissenschaft studiert. Sie ist freischaffende Kunst- und Filmhistorikerin. Dr. Deborah Vietor-Engländer, geboren und aufgewachsen in London, studierte in London und promivierte bei Walter Jens in Tübingen. Sie war lange in Lehre und Forschung an der Universität des Saarlandes und an der TU Darmstadt tätig. Sie ist Präsidentin der Alfred-Kerr-Gesellschaft.

 

Veranstalter: Volkshochschule
Kursort: VHS Offenburg,
Amand-Goegg-Str. 2 - 4, Saal (Raum 102)
Eintritt: 5 €, Karten an der Abendkasse