Amtskette

 Quelle:  Stadt Offenburg

Repräsentant/in der Bürger einer Stadt ist das Stadtoberhaupt - der/die Ober-/Bürgermeisterin. Das Tragen der Amtskette ist ein Zeichen von Würde und Verpflichtung.

Durch "landesherrliche Entschließung" des Staatsministerium vom 10. November 1857 wurde in Baden verfügt, dass die Bürgermeister der Gemeinden des Großherzogtums bei dienstlichen Anlässen eine Medaille von Silber mit dem Brustbild des Landesherrn an silbener Kette um den Hals als Dienstauszeichnung tragen sollten.

Nach dem Ersten Weltkrieg erließ die Republik Baden am 9. Oktober 1925 eine Verfügung, in der es den Gemeinden überlassen wurde, die alten Amtszeichen nach einer neuen Vorschrift umzuprägen oder neu anzufertigende silberne Ketten mit Medaillen zu verwenden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es keine bindenden Vorschriften mehr. Die Städte können seither selbst entscheiden, ob eine Amtskette für das Stadtoberhaupt verwendet werden soll.

Am 27. Dezember 1955 wurde vom Gemeinderat der Stadt Offenburg die Anschaffung einer neuen Amtskette für den Oberbürgermeister beschlossen.

Oberbürgermeister Marco Steffens legt heute die Amtskette zu besonderen Anlässen an, wie etwa zur Verpflichtung der Stadträte nach der Kommunalwahl, zur Verpflichtung von Beigeordneten nach deren Wahl, bei wichtigen Vertragsunterzeichnungen (Partnerschaften, Jubiläen) und beim Neujahrsempfang.

Zur Beschaffenheit der Amtskette der Stadt Offenburg:

Hergestellt wurde sie 1956 von Goldschmiedemeister Fritz Möhler aus Schwäbisch Gmünd. Die Gliederkette (14 Teile) ist aus vergoldetem Sterlingsilber - und "in feinster Montierarbeit ausgeführt in Verbindung mit kostbarem Gruben- und Zellenschmelzemail sowie Gravierungen", erläutert Goldschmied Möhler in einem Schreiben vom 11. Juni 1956.
Das runde Hauptstück der Amtskette trägt das Wappen der Stadt Offenburg, darüber erhebt sich ein Wappenschild mit dem "Doppeladler" (oder auch "Adler des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation - Sinnbild für die Jahrhunderte lange Selbstständigkeit Offenburgs als Freie Reichsstadt).


Das Stadtwappen und der alte Reichsadler sind in (rotem und weißem) Grubenschmelzemail gestaltet. Einlagen in den Kettengliedern zeigen weißes Zellenschmelzemail. Seitlich im Wappenreif ist eingraviert: Oberbürgermeister der Stadt Offenburg.


Die Drähtchen und Plättchen, die bei diesen Zellenschmelzarbeiten auf eine dünne Metallplatte erhöht aufgelötet wurden, sind immer wieder individuell anders gestaltet, um eine kostbare Lebendigkeit innerhalb feierlich strenger Formen zu erreichen. Oberhalb des Stadtwappens sind die Zinnen erhöht, die ebenfalls auf die Reichsstadtherrlichkeit Bezug nehmen und die oben auch Silbergranulierungen aufweisen.


Die Kosten der Herstellung beliefen sich auf 2.450 Deutsche Mark.

Erstmals wurde diese Amtskette von Oberbürgermeister Karl Heitz am 28.12.1956 angelegt; Anlass war die Verpflichtung der neu- und wiedergewählten Stadträte.