Brunnen in Offenburg

Brunnen sind Wasserspender zum täglichen Gebrauch durch die Dorf- oder Stadtgemeinschaft wie auch für einzelne Familien. Bis in die heutige Zeit sind sie in vielen Fällen handwerklich oder künstlerisch geschmückt. Mit der Einführung der Hauswasserleitung im 19. Jahrhundert verloren sie ihre Funktion.

Die Brunnenlandschaft in Offenburg ist vielfältig.

Überall im Stadtgebiet und in den Ortsteilen sind sie zu finden: historische und moderne Brunnen, die das Stadtbild prägen. Eine kleine Fotoauswahl soll dazu animieren, die Originale zu besuchen.
 

Trinkbrunnen, Zierbrunnen, Wasserspiele konkurrieren mit Objekten, bei denen die Brunnenfunktion neben integrierten Skulpturen mit Personen, Tieren, gegenständlichen oder abstrakten Werken nur noch sekundär ist sowie Brunnen zur Gestaltung von Grünflächen und Plätzen oder als „Kunst am Bau".

 

Waldbrunnen

Fließende Brunnen im Wald sind in der Regel Quellfassungen

Anzahl 5 (2 Fessenbach, 2 Zell-Weierbach, 1 Zunsweier)

 

Ziehbrunnen

Die Ziehbrunnen sind ebenso wie die alten Schöpfbrunnen unter den Grundwasserspiegel gegraben.

Anzahl 16 (4 Bohlsbach, 2 Bühl, 2 Griesheim, 1 Rammersweier, 1 Waltersweier, 2 Weier, 1 Windschläg, 3 Zell-Weierbach)

 

Pumpbrunnen

Der Pumpenstock befördert das Wasser nach oben

Anzahl 6 (1 Offenburg, 2 Rammersweier, 1 Windschläg, 2 Zell-Weierbach)

 

Laufbrunnen

befördern das Wasser fortlaufend in einen Trog oder ein Becken.

Anzahl 29 (1 Bohlsbach, 1 Bühl, 1 Elgersweier, 3 Fessenbach, 8 Innenstadt, 7 Kernstadt, 1 Rammersweier, 1 Waltersweier, 5 Zell-Weierbach, 1 Zunsweier sowie der Brunnen am Kopernikusplatz (Südstadt) und der Handwerkerbrunnen in Windschläg.

 

Von den etwa 30 allgemein zugänglichen Laufbrunnen steht die Hälfte in der Offenburger Innenstadt. Somit gibt es in Offenburg insgesamt rund 58 öffentliche Brunnen (ohne Gewähr).

 

Ferner gibt es rein technische Anlagen, die jedoch im Rahmen der Kleindenkmale nicht erfasst sind.


Quelle:

Michael Friedmann/Gernot Kreutz

Verborgen und vertraut

Kleindenkmale in Offenburg

Reiff Schwarzwaldverlag 1994

 

Narrenbrunnen
Narrenbrunnen

 

Narrenbrunnen am Lindenplatz

Der Narrenbrunnen steht in der Mitte des Lindenplatzes. Der Brunnen wurde von Willi Dorn aus St. Georgen gestaltet und am 17. Januar 1964 eingeweiht. Der alte Brunnenrand wurde mit in die Gestaltung einbezogen.

 

Schlange
Schlange
 
"Schlange" -  Brunnenplastik in der Hauptstraße
Seit Juli 1987 ragt sie aus dem Pflaster der Fußgängerzone. Sie stammt aus der Werkstatt des Münstertaler Künstlers Franz Gutmann und wurde von der Stiftung Alt Offenburg mit Bürgerspenden ermöglicht.
 
Narrenbrunnen in Bohlsbach
Narrenbrunnen in Bohlsbach
 
Narrenbrunnen in Bohlsbach
Inmitten eines runden Brunnenbeckens sitzt die Narrenfigur "Krabbenaz" im Fransen-Häs mit großer Hakennase. Am Brunnenrand treiben zwei weitere Figuren ihr närrisches Unwesen: Es ist der Seiler, der als Henker ein Seil in der Hand hält, und sein Helfer, der "Bock" mit langen Hörnern, der ebenso wie der Krabbenaz ein Klepperbrett zum Lärmen hält. Zwischen ihnen steht ein Narrenbaum.
Die Narrenzunft "Krabbenaze" stiftete den Brunnen 1987 zu ihrem elfjährigen Bestehen.
 
Steinriese
Steinriese
 
Steinriese in der Steinstraße
Mit einem großen Straßenfest weihten die Offenburger 1989 den Brunnen von Franz Gutmann ein. Er stellt einen liegenden Mann dar, der das kühle Nass aus seinem Quadratschädel in den eigenen, als Brunnentrog ausgeformten Bauch spuckt, durch seinen Korpus transportiert, um es dann durch eine kleine Röhre wieder ausfließen zu lassen. Der wuchtige, über vier Tonnen schwere Brunnen aus Bühlertäler Granit erhielt beim losen Volksmund schnell den Namen "Steinstroßbrinzler".

Er verbindet, wie viele Arbeiten Gutmanns, Formstrenge mit Fantasie, Derbheit mit Gefühl. In seiner Ruhe scheint er weniger gemacht als gewachsen und speist überdies ein kleines Rinnsal, das an ein historisches Offenburger Bächlein erinnern soll, das in früherer Zeit durch die Steinstraße geflossen ist.
 
Neptunbrunnen
Neptunbrunnen

 

Neptunbrunnen in der Hauptstraße

In einer mit gotischem Astwerk verzierten Achteckschale steht in der Mitte der Brunnenstock, auf dessen Säule sich die Figur des Wassergottes Neptun erhebt. Die brüchig gewordene alte Brunnenfigur aus dem Jahr 1783 steht im Museum im Ritterhaus. Die jetzige Statue ist eine Nachbildung.

 

Rossbrunnen
Rossbrunnen

 

Rossbrunnen in der südlichen Hauptstraße

Der rechteckige Brunnentrog besteht aus rotem Sandstein und trägt auf der Schauseite die Jahreszahl 1844. Gotische Ornamente schmücken den achteckigen Brunnenstock. 1992 wurde auf Kosten der Stiftung Alt Offenburg eine Kopie aus gelbem Sandstein angefertigt, da die Steinschäden am Original zu gravierend geworden waren. Der Name weist auf eine frühere Nutzung als Pferdetränke hin.

 

 

Brunnenweiber in Bühl
Brunnenweiber in Bühl

 

Brunnenweiber in Bühl

Neben einem langen Trog aus Buntsandstein mit der Jahreszahl 1740 stehen zwei Bauersfrauen auf zwei Rundsockeln, von denen einer als Brunnenstock den spiralförmigen Auslauf hat.

Die Figuren stammen von Emil Jo Homolka aus Königsfeld. Der Brunnen wurde 1981 von Georg und Maria Dietrich gestiftet.

 

Löwenbrunnen
Löwenbrunnen

 

Löwenbrunnen am Fischmarkt

Der Brunnen ist ein Werk der Spätrenaissance. Auf der bauchigen Säule steht ein Löwe mit doppeltem Wappenschild, dem Reichs- und Stadtwappen. Das viereckige, im Jahr 1845 restaurierte Postament trägt die Jahreszahl 1599. Löwenköpfe schmücken den Brunnensockel, von denen der nach Westen gerichtete bei der Renovierung das Gesicht eines Stadtrates erhielt. Es stellt mit größter Wahrscheinlichkeit den Offenburger Gemeinderat August Eduard Derndinger dar, der sich um die Brunnen kümmern musste.

 

Brunnen beim Landratsamt
Brunnen beim Landratsamt

 

Brunnen beim Landratsamt in der Badstraße - "Der Sinnende"

Neben einem in den Boden eingelassenen achteckigen Wasserbecken aus Bühler Granit befindet sich eine mit Sockel und Rückenlehne verbundene, archaisch anmutende Figur mit verschränkten Armen, aus deren gespitztem Mund ein feiner Wasserstrahl heraus sprudelt.

Die Brunnenplastik auf dem Vorplatz des Landratsamtes wurde von Hans-Peter Wernet, Freiburg, aus Granit gehauen und 1986 aufgestellt.

 

Bacchus
Bacchus

 

Der römische Weingott Bacchus in Fessenbach

Inmitten eines in den Boden eingelassenen Wasserbeckens ruht die bronzene Brunnenplastik, auf einem Sockel liegend. Sie verkörpert in sinnlicher Darstellung den römischen Weingott Bacchus mit erhobenen Armen, über dessen Körper sich bronzene Pflanzen verteilen. Aus seinem Mund sprudelt ein kräftiger Wasserstrahl.

 

Bacchus, einer der beiden Weingötter für das Land der Reben, die Senator Dr. Franz Burda, 1986 verstorbener Ehrenbürger Offenburgs, seiner Heimatstadt stiftete. Der griechische Weingott Dionysos steht beim Stadtbuckel am Eingang zum Zwingerpark.

Beide Bronzeskulpturen schuf der in New York arbeitende Toskaner Sandro Chia im Jahr 1983.