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Das Militärbad

 Quelle:  Stadt Offenburg

1898 fand der festliche Empfang des Badischen Infanterieregiments 170 in dem nun Garnisonsstadt gewordenen Offenburg statt. Kaserne, Exerzierplatz, Gas- und Wasserversorgung hatte die Stadt bereitgestellt und erbaut. Die Kosten für das Militär waren im Kaiserreich zweitrangig.

1899 fragte die Garnisonsverwaltung, "wie hoch sich die Miete stellen würde, wenn der Gemeinderat auf der Wiese am rechten Ufer des Mühlbachs oberhalb der Sägemühle eine Schwimm- und Badeanstalt für die Truppe erstellte?"

Zwei Jahre später stand das Bad. Kabinen, Wachlokal, Badebühne, auch ein Rettungskahn waren vorhanden. Die heute noch sichtbare Bühne aus Eisenbeton wurde 1914 gebaut, die hölzerne von 1901 war inzwischen abgefault. Damals war der Mühlbach hier 2 Meter tief und 10 Meter breit.

Vor dem ersten Weltkrieg übten sich "die Bataillone des Regiments in dem Bau von Schnellbrücken bei der Militärbadeanstalt" - der Mühlbach war Truppenübungsplatz geworden.

Das Ende des Kaiserreichs bedeutete auch das Ende für das Militärbad: der Bürgerausschuss beschloss 1919, ein öffentliches Bad hier einzurichten. Bei der Eröffnung 1920 kostete ein Flussbad 20 Pfennig. 1923, im Jahr der großen Inflation, verdiente der städtische Bademeister 150.000 Mark - in der Stunde.


Das "Bad an der Säge" wurde in der Nachkriegszeit geschlossen.