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Das Schülerbad

 Quelle:  Stadt Offenburg
1848 badeten die Offenburger streng nach Stand, Alter und Geschlecht getrennt: die Männer am Ochsensteg, die Frauen im Kronenbach, die Schüler des Gymnasiums im unteren Mühlbach, die Volksschüler "oberhalb der geschlossenen Badanstalt". Mit dieser Anstalt war das über dem Mühlbach errichtete hölzerne Badhaus der "Männerbadgesellschaft" gemeint. Auch "Actien-" oder "Herrenbad" wurde es genannt: den Beitrag zu diesem privaten Badeverein konnten sich nur wenige leisten. Das "Armenbad" dagegen lag unterhalb der Spinnerei und musste wegen der industriellen Verschmutzung bald geschlossen werden.

Die Treppen zum Schülerbad, zum "Bad im Schleiergrün", sind erhalten. Viele Jungen lernten hier schwimmen, von 1919 -1931 bei Max Scheuermann, Volksschullehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde.

Die Schüler badeten hier unter den Augen der Wäscherinnen der gegenüberliegenden "Dampfwäscherei Ilg", die 1953 bereits ihr 50-jähriges Jubiläum feierte. Vor der Waschmaschine wurde mit Brett, Bürste und Aschenlauge gearbeitet. Vor allem arme, ältere Frauen verdienten sich in den Wäschereien etwas Geld. Als eine weitere öffentliche Waschgelegenheit geschaffen werden sollte, wehrten sich die Frauen: "Lassen wir die Waschweiber in Ruhe ihre Wäsche bleichen, trocknen und babbeln" - die Waschfrauen waren wegen ihrer scharfen Zunge gefürchtet.