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Der Gerberbach

 Quelle:  Stadt Offenburg

Wie die Leinenweber waren auch die Gerber eine bedeutende Zunft im alten Offenburg gewesen. Ihr Zunfthaus stand in der Gerbergasse, die Gerbereien lagen am Gerberbach, der hier vom Mühlbach abzweigte.

Man gerbte mit zerriebener Eichenrinde (Loh), die in Lohmühlen hergestellt wurde. Mehrere Monate lagen die Häute dann in den Gerbgruben, bevor sie im fließenden Wasser ausgespült wurden. Die verbrauchte Rinde wurde getrocknet und als Brennmaterial abgegeben.

Der Gerbermeister Fischer erhielt 1888 ein Reichspatent auf sein "Verfahren zum Gerben von Kalbsfellen mit den Haaren", eine Erfindung, die er 1859 hier am Gerberbach gemacht hatte. Mit ihm arbeiteten damals noch viele Gerber in diesem industriellen Zentrum der Stadt. Am bekanntesten wurde die Lederfabrik Walz: 1874 erwarb Otto Walz eine bereits bestehende Gerberei und baute sie zu einem der führenden Unternehmen Deutschlands aus.