Touristinfo

Der Mühlbach als Floßkanal

 Quelle:  Stadt Offenburg

Wie auf vielen Schwarzwaldflüssen wurde auch auf der Kinzig geflößt. Vom Schenkenzeller Weiher, wo die Stämme gesammelt und gebunden wurden, bis zur Kehler Holzmarktstätte, war die Kinzig für Flöße befahrbar. Ein bis zwei Tage brauchte man von Wolfach bis Kehl. Die Flößer mussten früher zehn verschiedene Hoheitsgebiete durchfahren und jeweils einen anderen Wegzoll entrichten. Die Herren des Hanauerlandes forderten schon im 15. Jahrhundert ihren Willstätter Warenzoll: "6 Pfennig von einem stor holczes". Und für die Reichsstadt Offenburg kassierte der "Zoller" am Kinzigtor.

Vom Großen Deich zur Mündung in die Kinzig war der Mühlbach die offizielle "Floßstraße". Die Stadt passte auf, dass keine Flöße über die Kinzig an Offenburg vorbei fuhren und sich vor dem Floßzoll drückten. Zum Verkauf des Holzes oder zum Übernachten mussten die Flöße an bestimmten Landeplätzen halten. Zum Bremsen der mehrere hundert Meter langen Flöße wurden Sperrbengel gegen den Strom in den Mühlbachgrund gestemmt.

Adolf Geck erinnerte sich 1910: "Die Flöße, wie wir sie in unserer Jugend auf der Kinzig und im Mühlbach sahen, begannen mit einer Spitzenbreite von einem Meter und maßen in der Mitte drei bis fünf Meter. Den Schluss bildeten die großen Holländerstämme, auf denen die badenden Schulknaben wie Ritter ohne Furcht und Tadel über den Sägeteich (beim Wasserwerk) hinunterglitten".


Gegen die Konkurrenz der Eisenbahn konnten die Flößer nicht mithalten. 1894 führte die Schiltacher Schifferschaft das letzte Floß durch Kinzig und Mühlbach nach Kehl.