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Die Bleiche

 Quelle:  Stadt Offenburg
"Wenn man vor Hunger und Durst bleich wird, kehrt man einfach in der "Bleiche" ein und päppelt sich auf", schmunzelte 1955 Franz Huber, der natürlich wusste, dass der Name eine andere Herkunft hat. Hier befand sich über lange Jahre die Rasenbleiche der Leinenweberei Clauss. Frisches Leinen ist nicht weiß, es muss erst gebleicht werden. Früher legte man dazu die Wäsche einfach auf die Wiese, die Sonne bleichte dann die Stoffe.

Der Bleichbesitzer Amps zeigte 1836 "dem verehrlichen Publikum ergebenst an, daß er seine Naturbleiche am 5. April wieder eröffnen wird. Die Bleichpreise sind für die Elle Tuch 2 Kreuzer, das Pfund Garn 12 Kreuzer".

Doch schon 1819 hatte der findige Färbermeister Michl eine "Schnellbleiche" eröffnet. Mit Chlorwasser konnte er schneller und billiger und zu jeder Jahreszeit bleichen. Das Bleichwasser schluckte dann der Mühlbach.

Die meisten Offenburgerinnen bleichten die Wäsche jedoch selbst. Es gab mehrere öffentliche Waschpritschen an Kinzig und Mühlbach mit angrenzenden Rasenflächen zum Auslegen der Wäsche.

1922 hatten die armen Frauen der Weststadt ihre "Bettelpritsch" am unteren Mühlbach. In jener Notzeit war der Platz dauernd überfüllt: "Der Platz ist viel zu klein, da täglich bis zu 100 Frauen dort waschen. Die teuren Brennstoffpreise zwingen, vom Kochen der Wäsche Abstand zu nehmen und auf die Rasenbleiche zu gehen".