Touristinfo

Die Papiermühlen

 Quelle:  Stadt Offenburg
Mit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert stieg der Papierbedarf gewaltig. Ein dichtes Netz von Papiermühlen zog sich deshalb bald um die großen Druckzentren am Oberrhein (Basel, Schlettstadt, Straßburg). Straßburger Patrizier besaßen in Gengenbach, Zell am Harmersbach und auch in Offenburg derartige Mühlen. Die "obere Papyrmihl" lag im heutigen Zwingerpark am Mühlbach.

Alte Lumpen, Hadern, wurden von Lumpensammlern herbeigeschafft. Die Offenburger Lumpensammler wanderten bis Baden-Baden, wo sie 1585 in Streit mit der Konkurrenz gerieten.

Die Textilien weichte man ein und stampfte sie lange durch, der zähe Faserbrei wurde dann auf Sieben zum Trocknen ausgelegt. Dabei prägte ein gebogener Draht ein Wasserzeichen ein. Schon um 1500 benutzte eine Offenburger Mühle das Stadtwappen, das offene Tor als Wasserzeichen.

Ein kaiserliches Privileg von 1504 bestätigte die Rechte der Stadt auf das Mühlbachwasser für die Papiermühle. Aus jener Zeit dürften diese Mühlen also stammen. Ihr Ende kam 1632: vor dem Einmarsch der feindlichen Schweden verbrannten die Bürger alle Gebäude außerhalb der Mauern und legten auch die Papiermühlen in Schutt und Asche. Der Straßburger Rat protestierte zwar gegen "den unverschmirzlichen Schaden unseres Bürgers", die Offenburger hatten jedoch auf kaiserlichen Befehl gehandelt.