Die Salmengespräche

 Quelle:  Stadt Offenburg

1787 wurde der Salmen erstmals erwähnt als Straußwirtschaft, Poststation und Werbelokal für Soldaten. Überregionale Bedeutung bekam der Salmen durch die Offenburger Versammlung der "entschiedenen Freunde der Verfassung" und Proklamation der "13 Forderungen des Volkes" vom 12. September 1847.

1875 erwarb die israelitische Gemeinde Offenburgs den Gebäudekomplex des Wirtshauses Salmen und richtete dort ihren Gebetssaal ein, der im November 1938 während der sogenannten "Reichskristallnacht" von Nationalsozialisten verwüstet wurde. Bis zum Machtantritt der nationalsozialistischen Regierung war das Zusammenleben der Konfessionen von Toleranz geprägt. Wahrend der nationalsozialistischen Zeit erfolgte die Deportierung der jüdischen Einwohner nach Dachau, Gurs und Auschwitz.

1955 wurde die Vorderfront des Komplexes abgerissen, darauf folgte der Umbau zum Geschäftshaus. 1978 wurden Gedenktafeln zu den Novemberpogromen 1938 angebracht. 19 Jahre später im Jahre 1997 wurde des Anwesens von der Stadt Offenburg gekauft.

2002 erfolgte die Einstufung des Salmen als "Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung" und die Wiedereröffnung als Kultur- und Erinnerungsstätte.

Alle zwei Jahre diskutieren Fachleute mit den Offenburger Bürgerinnen und Bürger bei den Salmengesprächen zu aktuellen Fragen der Demokratie-Entwicklung auf der Grundlage der Offenburger Forderungen von 1847.