Geschichte

 Quelle:  Stadt Offenburg

Der damalige Reichsschultheiß Franz Georg von Rienecker ließ das ehemalige Herrschaftshaus 1784 für sich erbauen. Sein Name stammt aus der Zeit zwischen 1803 und 1806, als es das Direktorium der Ortenauer Reichsritterschaft, das bis dahin seinen Sitz in Kehl gehabt hatte, beherbergte.

In dieser Verbindung hatte sich der reichsunmittelbare Adel der Ortenau zusammengeschlossen. Heute noch leben freiherrliche Familien, die früher der Reichsritterschaft angehörten, wie "von Franckenstein", "von Röder", "von Neveu" und "von Schauenburg" in der Gegend um Offenburg. Ihre ritterschaftliche Residenz dauerte nur drei Jahre, denn 1806 wurde auch die Reichsritterschaft mediatisiert, d. h. sie verlor ihre reichsunmittelbare Stellung. Der badische Staat verleibte sich die kleinen Territorien ein und die Vereinigung löste sich auf. Anschließend nahm das Gebäude das Revisorat des Oberamts auf.

Nach dem Scheitern der badischen Revolution von 1848/49, als Offenburg von preußischen Truppen besetzt wurde, diente das Ritterhaus einige Jahre als Kaserne, bis sich die badische Justizverwaltung für das Haus interessierte: Offenburg sollte Sitz eines großherzoglichen Haus- und Hofgerichts werden. Bauliche Erweiterungen erwiesen sich als notwendig. Hinter dem Hof enstand ein Neubau, der den Schwurgerichtssaal aufnahm.

Am 1. Oktober 1864 zog das Haus- und Hofgericht, ab 1879 Badisches Landgericht, ein. Um die Büroräume zu vermehren, erfolgte vor der Jahrhundertwende der Ausbau des Dachgeschosses.

Als der Staat 1957 in der Oststadt ein neues Justizgebäude erstellt hatte, kaufte die Stadt im August 1958 das für die Verwaltung günstig gelegene Haus. Von 1959 an brachte sie im Ritterhaus Museum und Amt für Familie und Jugend unter, 1964 folgte das Archiv, für das die Kellerräume entsprechend umgebaut und eingerichtet wurden. Das Amt für Familie und Jugend zog 1978 in einen Neubau in der Lange Straße

1985 bis 1988 erfolgte eine Generalsanierung und der Umbau des Hauses für Archiv und Museum. Mt neuer Konzeption der Ausstellung wurde das Museum im Ritterhaus im September 1989 wieder eröffnet.