Geschichte II

 Quelle:  Hans-Jürgen Heinzmann
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Offenburg im Dreißigjährigen Krieg

Offenburg, das Tor zum Kinzigtal, besaß eine strategische Schlüsselposition und war daher für beide kriegführenden Parteien, Katholiken und Protestanten, interessant. Von 1632 bis 1635 befand sich die Stadt in schwedischer Hand. Danach wurde Offenburg von kaiserlichen Truppen unter Führung des Kommandanten Hans Reinhart von Schauenburg besetzt. 1638 trat Johann Jakob von Grimmelshausen in dessen Dienste und stieg bald vom "rotzigen Musketirer" zum Sekretär im Schauenburgischen Regiment auf. Er heiratete in der Offenburger Stadtkirche Heilig­-Kreuz Katharina Henninger, die Tochter eines Wachtmeisterleutnants aus Zabern. Grimmelshausen avancierte zum bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 17. Jahrhunderts. In mehreren seiner Werke, darunter dem Roman "Simplicius Simplicissimus" beschreibt er die Landschaft der Ortenau, in der er bis zu seinem Tod 1676 lebte.

 

 Quelle:  Stadt Offenburg
Den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verdankt die Stadt Offenburg auch ihre Schutzpatronin. Die Legende berichtet, dass die heilige Ursula durch ihr Erscheinen auf der Stadtmauer einen feindlichen Angriff abgewehrt und so die Stadt vor großem Unheil bewahrt habe.

Auf dem Rathausplatz steht die vom Offenburger Ehrenbürger Senator Dr. Franz Burda gestiftete Ursula­-Säule.

Die vollständige Zerstörung der Stadt

1689 wurde Offenburg im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Truppen des "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. "totaliter ruiniert und in Aschen gelegt", wie uns das Ratsprotokoll vom 12. Oktober 1689 berichtet. Der französische Monarch und seine Generäle de Montclar, Turenne und Mélac führten damals einen Vernichtungsfeldzug gegen das Elsass, das heutige Baden und die Pfalz. In Offenburg - wie in vielen anderen orten -  fielen fast alle Baudenkmäler des Mittelalters und der Renaissance er Vernichtung zum Opfer. Nur das Kapuziner­kloster hat als vollständiges Gebäude den verheerenden Stadtbrand überstanden.


Offenburg wird badisch

Die napoleonischen Kriege brachten das Ende der vorderösterreichischen Landvogtei Ortenau. Die Habsburger waren gezwungen, sich aus Südwestdeutschland zurückzuziehen. Ihre Staatsgebiete wurden mediatisiert, das heißt, sie verloren ihre Reichsunmittelbarkeit und wurden den Fürsten unterstellt. Auch Offenburg musste auf seine reichsstädtischen Privilegien verzichten und wurde 1803 dem Großherzogtum Baden einverleibt.