Geschichte IV

 Quelle:  Stadt Offenburg
 

Zwischen 1871 und 1914

 Quelle:  Christoph Lötsch
Nach dem deutsch­-französischen Krieg ging die Entwicklung Offenburgs unvermindert weiter. Der Eisenbahnbau machte Offenburg zum Verkehrsknotenpunkt und zum attraktiven Standort für viele Industriebetriebe. Leder-­ und Tabakfabriken siedelten sich ebenso an wie Webereien und Spinnereien. Eine besondere Blüte erlebten die Email­- und Glasplakatefabriken, die Offenburg weit über Deutschland hinaus bekannt machten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielt die Bevölkerung Wasserleitungen, Kanalisation, Elektrizität und Gasbeleuchtung.

Die Bevölkerung stieg zwischen 1875 und 1900 von 6 600 auf 13 670 Einwohner an. Da die Stadt seit Mitte des 19. Jahrhunderts aus ihrem von der Stadtmauer begrenzten Gebiet allmählich herauswuchs, entstanden neue Stadtteile wie die Oststadt. Eine wachsende Einwohnerschaft brauchte auch mehr Schulen. Deshalb konzentrierte sich die Stadt auf die Gründung und Erweiterung von Schulen. So wurde ab 1870 die Mädchenvolksschule (heute: Anne­-Frank­-Schule) gebaut, das Gymnasium zum Vollgymnasium erweitert (1881/82), die Handelsschule gegründet (1883), die Knabenvolksschule (Georg­-Monsch­-Schule) 1897/99 gebaut und die Oberrealschule am Schillerplatz errichtet (1912).

Wichtige Ereignisse für die Stadt waren außerdem der Bau der Kaserne an der Weingartenstraße und der Einzug des "Infanterieregiments 170". Die Eröffnung des "Bähnli", der Kleinbahn Offenburg­-Altenheim, ermöglichte den leichteren Transport von Menschen und Material (vor allem von Tabak und Arbeitskräften) in der Rheinebene.

1912 wurde das Städtische Krankenhaus am Ebertplatz eröffnet.

1914 bis 1933

Im Ersten Weltkrieg erlebte Offenburg im Jahre 1915 zwei schwere Fliegerangriffe.

 Quelle:  pixabay.com
Durch den Versailler Vertrag und den Verlust des Elsass rückte die deutsch-französische Grenze dich an offenburg heran. 1923/24 kam es zur Besetzung der Stadt durch französische Truppen im Rahmen einer Strafmaßnahme gegen das Deutsche Reich. In der Stadt entstand großer Wohnraummangel, da hunderte elsässische Flüchtlinge aufgenommen wurden. Außerdem stürzte die Inflation viele Menschen in den Ruin.

 Quelle:  Kulturförderverein Bohlsbach
Doch bald erfuhr das wirtschaftliche Leben neuen Aufschwung - nicht zuletzt durch die Ortenauer Herbstmesse, die 1924 zum ersten Mal eröffnet wurde und seither aus dem städtischen Jahreslauf nicht mehr wegzudenken ist. Die Entwicklung der Stadt  zeigte sich in verschiedenen Bereichen, wie der Einrichtung der elektrischen Straßenbeleuchtung, dem Ausbau der Grabenallee und der Eröffnung des Stegermatt­-Bades.

 

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1929 stieg die Arbeitslosigkeit jedoch wieder an. Das politische Klima radikalisierte sich.

 

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