Hotel Sonne

 Quelle:  Stadt Offenburg

Das Doppelhaus, in dessen linkem Flügel sich das Gasthaus befindet, besitzt über beiden Teilen je ein zweifenstriges Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel und einer runden Luke. Die "Sonne" soll seit 1376 bestehen. Nach ihrer Zerstörung beim großen Stadtbrand wurde sie bald wieder aufgebaut und ist damit wohl das älteste, noch bestehende Hotel in Offenburg. Bemerkenswert ist ihre kunst- und stilvolle Inneneinrichtung ebenso wie die Liste ihrer prominenten Gäste. Seit 1858 ist das Gasthaus im Besitz der Familie Schimpf.

 

Früher reichte die Front des Hotels nicht bis zum Rathaus. An der Stelle der rechten Haushälfte stand ein Privathaus des Offenburger Kaufmanns Johann Valentin Battiany. Das äußere Bild von heute entstand durch Überbauung der trennenden Hofeinfahrt und Konstruktion einer der "Sonne" entsprechenden Dachlaube auf dem Nachbarhaus im Jahr 1859, nachdem Josef Schimpf auch das Nachbarhaus gekauft hatte. Die "Sonne" behielt unter seiner Leitung nicht nur ihren guten Ruf bei den Offenburgern, sondern bemühte sich - zum Hotel geworden - auch zunehmend um fremde Gäste.

 

Der einzige Sohn Karl übernahm 1890 den Gasthof und übergab ihn 1930 seinem Sohn Karl Otto und dessen Gattin Edith, geborene Delévièleuse. Karl Otto Schimpf erfüllte neben seinem Wirken als Hotelier noch zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben für die Stadt Offenburg, z.B. als Rezipient des St.-Andreas-Hospitals, Direktor des Vincentiusvereins u.a. Er machte sich wie kaum jemand anderer um die Erhaltung historischer Bauten und Kunstdenkmäler verdient. So gelang es ihm zum Beispiel, Reste des von Nationalsozialisten zerstörten Drake-Denkmals zu retten. Bis zum Zweiten Weltkrieg betrieben die Wirtsleute noch nebenbei Landwirtschaft, gaben sie aber nach und nach auf, da es immer schwieriger wurde, in der Stadt Kühe und Schweine zu halten.

 

Während des Dritten Reiches belastete ein Partei- und Militärboykott das Haus. Mit dem Zusammenbruch des NS-Reiches waren die Benachteiligungen des Gasthauses jedoch noch nicht zu Ende: 1945 beschlagnahmte das "Gouvernement Militaire" das Haus, und im gleichen Jahr mussten Edith und Karl Otto Schimpf wegen Beförderung von Kriegsgefangenenpost ins Gefängnis.

 

Das Hotel wurde nach und nach renoviert. 1969 erfolgte der Bau eines neuen Gästehauses anstelle des alten Ökonomiegebäudes.