Jüdische Gemeinde

 Quelle:  Stadt Offenburg

Die Unterteilung der Empore durch einen Regieraum hat sich die Gestaltung konzeptionell zunutze gemacht, um an dieser Stelle den Übergang zum Erinnerungsraum der jüdischen Gemeinde Offenburgs zu etablieren. Eine "Schleuse" trennt diesen Bereich optisch und akustisch von der vorangegangenen Inszenierung. Sie führt in einen separaten Raum, dessen kontemplativer Charakter durch eine blaue Farbgebung hervorgehoben wird.

 

Ein Zitat des Vizepräsidenten der Frankfurter Paulskirchenversammlung, Gabriel Riesser, eines Angehörigen der jüdischen Glaubensgemeinschaft, leitet thematisch von der Versammlung vom 12. September 1847 zu der Synagogenzeit des Salmen über.

 

Ein Bild der Synagoge empfängt den Besucher. Es steht in direkter Korrespondenz mit dem Introitus der Gründungsväter: "Denn mein Haus, das Haus des Gebetes wird es gerufen werden bei allen Völkern". Ein Faksimile der geschändeten Offenburger Thora erinnert an den Novemberpogrom von 1938 und das gewaltsame Ende der jüdischen Gemeinde.

 

Der Erinnerungsraum selbst beherbergt eine Sammlung abwechselnd hinterleuchteter Fotografien von Offenburger Bürgerinnen und Bürgern, die wegen ihres jüdischen Glaubens oder wegen ihrer jüdischen Vorfahren vom NS-Regime verfolgt wurden. Eingespielte Texte, Tagebuchaufzeichnungen und Briefauszüge geben ein lebendiges Bild des jüdischen Alltags in Offenburg wieder.

 

Eine Auswahl der Portraits kann der Besucher auf Videoschirmen anwählen. Es handelt sich um aktuelle Video-Aufzeichnungen von überlebenden jüdischen Mitbürgern. Sie berichten vom Alltagsleben ihrer Gemeinde. Wer mehr über das Leben und Schicksal einzelner erfahren möchte, erhält an einem Lesepult dazu Gelegenheit. Dabei entschied man sich im Hinblick auf die Ruhe des Ortes und mit Rücksicht auf ältere Besucher für einen Verzicht auf elektronische Medien.