Juror & Laudator 2006

Prof. Dr. h.c. mult. Karl Dedecius


1921 in Lodz geboren.

Lebt als Schriftsteller, Autor, Essayist, Übersetzer, Herausgeber und Kulturvermittler in Frankfurt am Main.


Nach dem Abitur in Lodz 1939 war er 1940 im Arbeitsdienst und 1941 Soldat in Frankfurt/Oder.
1942 - 1943 folgte der Fronteinsatz in Russland (Stalingradkessel vom ersten bis zum letzten Tag), danach sowjetische Gefangenschaft (Sieben Jahre).

Nach der Entlassung seit dem 1.1.1950 in Weimar, verheiratet mit Elvi Roth, Lehrerin (zwei Kinder: Octavia 1951 und Clemens 1953), war er Oberassistent und wissenschaftlicher Übersetzer am Deutschen Theater-Institut Weimar Schloss Belvedere.

Ende 1952, Anfang 1953 Flucht in die Bundesrepublik und ein Jahr beim Pfälzer Tageblatt in Landau tätig.
1954 - 1979 leitender Angestellter bei der Frankfurter Allianz Vers. A.G. (Prokurist/ Abteilungsdirektor).
1979 - 1998 Gründer und erster Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt (Präsidentin Marion Gräfin Dönhoff bis 1995, danach Helmut Schmidt).

Werke

Dedecius gab heraus, schrieb oder übersetzte aus dem Russischen, Serbokroatischen und Polnischen etwa 150 Bücher.

Gedichte von W. Majakowskij, S.Jessenin, J. Brodskij, G.Ajgi, V. Popa, A. Mickiewicz, Cz. Milosz, W. Szymborska, B. Lesmian, K.Wojtyla, T.Rózewicz, Z.Herbert, A.Zagajewski u.a.

Aphorismen, Prosa und Gedichte von St.J.Lec ("Unfrisierte Gedanken"), Anthologien wie "Polnische Liebesgedichte", "Glaube Hoffnung Liebe. Geistliche Lyrik aus Polen nach 1945", "Ein Jahrhundert geht zu Ende" u.a.