Kinder lernen Fahrrad fahren

Menschenskinder, aufgepasst!

Treten, Lenken, Bremsen, Umschauen, Handzeichen geben, das Gleichgewicht halten: Radfahren ist für kleine Kinder ein Kunststück. Erwachsene glauben, Bremsen sei kinderleicht. Jungen und Mädchen vollbringen dabei jedoch eine Meisterleistung. Sie haben sicher schon bemerkt, dass viele Kinder lieber vom Rad abspringen als zu bremsen. Sie kommen mit der Technik noch nicht zurecht.

Deshalb: Überfordern Sie Ihr Kind nicht! Warten Sie, bis es wenigstens sechs Jahre alt ist, und zwingen Sie es nicht aufs Fahrrad, nur weil das Nachbarkind schon radelt. Ob Ihr Kind schon allein Rad fährt, hat nichts mit Intelligenz zu tun.

"Ich will ein Rad mit Stützrädern!"

Früh übt sich...

Lassen sie die Finger von Stützrädern. Die sorgen nur für trügerische Sicherheit, ermöglichen zu hohe Geschwindigkeiten und beeinträchtigen das Gleichgewichtsempfinden. Viel besser ist es, mit dem Roller zu üben. Mit diesem lernt das Kleinkind spielerisch, das Gleichgewicht zu halten und zu lenken.

Akrobatik gehört nicht auf die Fahrbahn.

Radfahren ist für Kinder ein akrobatisches Kunststück. Deswegen ist es sinnvoll, dass Kinder auf dem Gehweg fahren, wenn kein Radweg vorhanden ist. Zur Zeit müssen Kinder bis zum achten Lebensjahr auf dem Gehweg Fahrrad fahren, bis zehn Jahre dürfen sie dort fahren. Radelnde Kinder sind ohne Erwachsene zwischen den Autos häufig überfordert. Sie müssen nicht nur ihr Rad beherrschen, was oft schon schwer genug ist. Sie müssen sich auch noch auf andere Verkehrsteilnehmer einstellen, Geschwindigkeiten einschätzen, Gefahrensituationen erkennen und meistern - und mit den Fehlern anderer rechnen. Da kommt man ganz schön ins Schwitzen. Darum ein Appell an die Autofahrer: Helfen Sie den Kindern, wo Sie können. Parken Sie zum Beispiel nicht auf Geh- oder Radwegen.

Erwachsene stellen sich hinten an.

Oft fühlen sich schon Erwachsene im Verkehr überfordert. Wie soll es da erst Kindern gehen, die auf der Fahrbahn radeln müssen? Eltern sollten ihren Kindern behutsam helfen, sich im Verkehr zurechtzufinden. Bitte keine Kraftmeierei nach dem Motto: "Stell dich nicht so an, du bist doch schon groß genug." Fahren Sie häufig benutzte Wege zusammen ab, besonders auch die nächste Umgebung. Zeigen Sie dabei Ihrem Kind die gefährlichen Stellen. Und: Fahren Sie hinter Ihrem Kind. Dann erkennen Sie Fehler und Gefahren. Das Kind lernt so, selbständig zu fahren. Am sichersten fahren Kinder im "Kasten": ein Erwachsener vorne, einer hinten.

Wenn das Kind selbst fährt

Inzwischen ist die Auswahl an guten Kinderrädern sehr groß. Beim Kauf sollten Sie dieselben Qualitätsmaßstäbe wie an Ihr eigenes Rad anlegen. Das gilt besonders dann, wen Sie mit dem Sprössling auf Tour gehen wollen. Schauen Sie vor allem auf dne Leichtlauf, also die Qualität der Lager, und die sicherheitsrelevanten Teile, vor allem die Bremsen. Häufig sind die Bremsgriffe für Kinderhände zu weit und deshalb nicht greifbar. Bei kleineren Kindern sollte darauf geachtet werden, dass das Fahrrad neben zwei Handbremsen auch über einen Rücktritt verfügt.

 

Selbstradelnde Kinder stellen besondere Anforderungen:

  • Bevor man mit einem Kind Ausflüge unternimmt, muss es wirklich sicher fahren könne, d.h. es muss das Lenken und Bremsen beherrschen, Ausweichmanöver durchführen könne und darf in unvorhergesehenen Situationen nicht panisch reagieren.
  • Selbstradelnde Kinder werden besonders leicht überfordert, sowohl von der Schwierigkeit der Strecke als auch durch den Autoverkehr. Nehmen Sie sich daher nicht zuviel vor!
  • Je kleiner die Kinder, desto mehr sollten Sie Straßen mit Autoverkehr meiden.
  • Fahren zwei Erwachsene mit Kindern, sollten immer ein Erwachsener den Schluss der Gruppe bilden. Ist nur ein Erwachsener mit selbstradelnden Kindern unterwegs, so sollte er hinter den Kindern fahren.
  • Prüfen Sie das Rad Ihres Kindes regelmäßig auf seinen einwandfreien, verkehrssicheren Zustand. Auch Kinderräder müssen die Forderungen der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung erfüllen, wenn sie im Straßenverkehr benutzt werden.
  • Zusätzliche Sicherheit bringt auch hier ein Signalfähnchen, das an der Hinterachse montiert wird.
Das Sicherheitsfahrrad fürs Kind:
Für Kinder, die dem Kindersitz entwachsen, fürs eigene Fahrrad aber noch zu klein sind, gibt es das Trailer-Bike. So fahren sie sicher in Mutters Windschatten.

 

 
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