Kulturdenkmal Salmen

 Quelle:  Stadt Offenburg

Der Salmen ist ein Erinnerungsort und ein Kulturdenkmal zugleich. Er repräsentiert zwei Pole deutscher Geschichte: die Forderungen der Bürger/innen nach Freiheit, Gleichheit und "Brudersinn" und die weithin sichtbare Vernichtung dieser Werte im Nationalsozialismus.

 

Die Verwüstung des als Synagoge genutzten Gebäudes während des Novemberpogroms 1938 macht diese Gegensätze deutscher Geschichte in schrecklicher und symbolhafter Weise deutlich. 

 

Zum 150. Jubiläum der badischen Revolution erwarb die Stadt Offenburg das Gebäude. Seit dem 21. September 2002 kann die Offenburger Bürgerschaft den renovierten und umgebauten Salmen wieder als Fest- und Veranstaltungsraum der Bürgerschaft nutzen.

 

Zwei historische Inszenierungen auf der Empore der Erinnerung knüpfen an ein Versprechen an, das sich auf dem Text einer im Jahr 1978 anlässlich des 40. Jahrestags der Novemberpogrome von 1938 angebrachten Erinnerungstafel befindet:


"Diese Tafel erinnert an seine Geschichte: sie soll nicht vergessen sein".

 

Anfangs diente das Anwesen als Gasthaus, Poststation und Musterungslokal für Soldaten. 1806 erhielt es zusätzlich einen Festsaal. Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes befanden sich Stallungen. Ein Chronist berichtet über das "Wiehern und Gestampfe der Rosshufe", das die Veranstaltungen begleitete. Das herausragende Ereignis in seiner Geschichte ist die denkwürdige Versammlung der "Entschiedenen Freunde der Verfassung" am 12. September 1847.

 

Bis 1875 galt der Salmen mit seinem Biedermeiersaal als beliebter Veranstaltungs- und Versammlungsort der Offenburger Bürgerschaft. Von 1875 bis zu den Novemberpogromen 1938 nutzte die jüdische Gemeinde den Saal als ihre Synagoge.

 

Nach Kriegsende verkaufte die jüdische Landesgemeinde das Anwesen. Die Stadt gab es zur kommerzielle Nutzung frei. Während des Offenburger Freiheitsfestes 1997 wurde der Salmensaal erstmals wieder kulturell genutzt.