Laudator 2010

Hinrich Schmidt-Henkel
Geboren 1959, studierter Germanist/Romanist, übersetzt seit 1987 hauptberuflich Romane, Theaterstücke, Lyrik und Kinderbücher aus dem Norwegischen, Französischen und Italienischen. Seine Arbeit wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter 2002 der Paul-Celan-Preis des Deutschen Literaturfonds und 2007 der Deutsche Jugendliteraturpreis.


Er ist u.a. Übersetzer von Louis-Ferdinand Céeline, Michel Houellebecq, Yasmina Reza, Erik Fosnes Hansen, Jon Fosse, Jean Echenoz, Stefano Benni, Massimo Carlotto, Matias Faldbakken, Kjell Askildsen. Schmidt-Henkel hat außerdem Theaterstücke von Henrik Ibsen, Albert Camus und Thomas Vinterberg ins Deutsche übertragen.


Nebenbei arbeitet er als Autor und Sprecher von Beiträgen für das Kulturmagazin „Karambolage“ auf ARTE und moderiert literarische Veranstaltungen. Als Literaturkritiker schreibt er u.a. für DIE ZEIT.


Außerübersetzerische Berufserfahrung sammelte er im pädagogischen (Kindergärtner, Gymnasiallehrer, Erwachsenenbildung) und im politischen Bereich (eine Legislaturperiode als Persönlicher Referent und Pressesprecher von Christina Weiss in deren Zeit als Hamburger Kultursenatorin).


Als 1. Vorsitzender des Verbandes der Literaturübersetzer (VdÜ e.v./Bundesparte Übersetzter im VS in ver.di) will Schmidt-Henkel erreichen, dass literarische Übersetzungen angemessen bezahlt werden. So sollen Übersetzer, je nach Anspruch und Aufwand des zu übersetzenden Textes, keinen Einheitslohn, sondern differenzierte Vergütungen erhalten.

Damit sei keineswegs eine platte Unterscheidung zwischen E und U gemeint, erklärt Schmidt-Henkel. „Wer sich mit Übersetzungen auskennt, weiß, dass auch die Unterhaltungsliteratur oft hohe Ansprüche an die Übersetzenden stellt – wenn sie nicht nur billig, sondern auch gut übersetzt sein soll.“