Löwenbrunnen

 Quelle:  Stadt Offenburg

Der Brunnen ist ein Werk der Spätrenaissance. Auf der bauchigen Säule steht ein Löwe mit doppeltem Wappenschild, dem Reichs- und Stadtwappen. Das viereckige, im Jahr 1845 renovierte Postament trägt die Jahreszahl 1599.

 

Löwenköpfe schmücken den Brunnensockel, von denen der nach Westen gerichtete bei der Renovierung das Gesicht eines Stadtrates erhielt.

 

Es stellt mit größter Wahrscheinlichkeit den Offenburger Gemeinderat August Eduard Demdinger dar, der sich um den Brunnen kümmern musste.

 

Das Wasser für die städtischen Brunnen kam damals, wie auch heute noch, vom Kalbsbrunnen zwischen Offenburg und Fessenbach. Obwohl sich das Oberamt gegen einen Brunnen am Fischmarkt ausgesprochen hatte, setzte sich Herr Derndinger mit Unterstützung des gesamten Gemeinderats durch. Das Ratsprotokoll Nr. 2557 vom 17. Dezember 1845 berichtet:

 

"Gemeinderatmitglied Derndinger, welcher mit der Beaufsichtigung und bzw. Leitung der Arbeiten auf dem Fischmarktplatz und in der sogenannten Wette, Wetti oder Lindenplatz und unterhalb der Allee beaufsichtigt war, macht die Anzeige, dass diese Brunnen vollständig hergestellt sind und seit dem 6. des Monats bereits bemüht werden. Hierauf hat das gesamte Kollegium dem Mitglied Derndinger für seine desfalzigen Bemühungen zu Protokoll gedankt."

 

Der Kopf am Löwenbrunnen ist somit ein Denkmal im Denkmal für den Gemeinderat.

 

Zu allen Zeiten wachte der Rat energisch darüber, dass die wichtigen Wasserstellen nicht verschmutzten. Mit einer Strafe von zwei Schilling belegte er verbotene Tätigkeiten wie Waschen, Tränken der Pferde, Säubern von Kübeln und Geschirr sowie das Hineinwerfen von Gegenständen jeder Art. Sogar das Wegtragen von Wasser war strengstens untersagt, damit im Notfall genügend zur Verfügung stand.