Mikwe

Vom Bad zum Brunnen. Die Mikwe in Offenburg

 

Vierzehn Meter unter dem heutigen Bodenniveau befindet sich die Offenburger Mikwe. Eine gerade Treppe führt in das beeindruckende Tauchbecken, das möglicherweise aus dem 14. oder aus dem 16./17. Jahrhundert stammt - die Bauzeit ist immer noch umstritten.

 

Vergessen, zum Brunnen umgenutzt und lange Zeit für die Öffentlichkeit verschlossen fristete eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Offenburgs viele Jahre ein wenig beachtetes Dasein.

2015/16 wurde die Mikwe denkmalgerecht saniert. In der neu eingerichteten Dauerausstellung erhalten die Besucher einen Eindruck von der Geschichte der Juden in Offenburg, dem Ort der Mikwe innerhalb der Stadttopographie, der Baugeschichte sowie den religiösen Hintergründen.

 

 

Beim großen Stadtbrand von 1689 wurde die mittelalterliche Bebauung auf dem Gelände über dem Bad zerstört, nur die Mikwe überdauerte geschützt unter der Erde. Mit Errichtung der heutigen Bebauung wurde das Tauchbecken zum Brunnen umgenutzt - sein ursprünglicher Sinn war in Vergessenheit geraten. Durch den Gewölbekeller des heutigen Gebäudes in der Glaserstrasse 8 erfolgt der Zugang zur Mikwe. Nach ihrer „Wiederentdeckung“ Mitte des 19. Jahrhunderts fand die Offenburger Mikwe in Forschungskreisen große Beachtung, der Öffentlichkeit blieb sie allerdings bis in die 1970er Jahre verschlossen.

 

Eine Mikwe ist ein mit sogenanntem „lebendigem Wasser“ gefülltes Bad. Es dient nicht der hygienischen Reinigung von Schmutz und Schweiß, sondern der spirituellen Reinigung. Für die rituelle Reinigung darf nur lebendes Wasser verwendet werden, das heißt natürliche Wasserläufe, Quell-, Grund- oder Regenwasser. Um ein Untertauchen zu gewährleisten, musste das Bad mindestens 800 Liter fassen.

 

Besichtigung der Mikwe ist nur im Rahmen von Führungen und museumspädagogischen Kursen nach Anmeldung unter Tel. 0781 82 2460 oder mueseumspaedagogik@offenburg.de möglich.

 

Termine der öffentlichen Führungen unter www.museum-offenburg.de / Veranstaltungen